Die Ausstellung ist dem Leben eines Sohnes von Leo Tolstoi gewidmet. Die Besucher können seine persönlichen Gegenstände sowie Briefe, Fotos, Bücher und Zeichnungen aus den Sammlungen des Museums „Jasnaja Poljana“ und des Staatlichen Tolstoi-Museums Moskau sehen.

Ilija Lwowitsch Tolstoi (1866 – 1933) wurde am 22. Mai (3. Juni) 1866 in Jasnaja Poljana geboren und war das dritte Kind in der Familie. Er war begabt und eigenartig und hatte ein langes und hartes Leben. In seiner Jugend war er unter dem Einfluss seines Vaters: zusammen mit Lew Nikolajewitsch half er bei der Hungersnot der 1890er Jahre, mähte das Gras wie Bauern, machte Schuhe.

In seinem Leben hatte er viele Berufe: er war Staatsbeamter, Bankangestellter, Journalist, arbeitete beim Roten Kreuz. Nach der Meinung Tolstois hatte Ilija eine große literarische Begabung und war mehr begabt als seine anderen Kinder.

Nach der Oktoberrevolution reiste Ilija Lwowitsch nach Amerika ab. Dort hielt er Vorlesungen über Tolstoi und schrieb Zeitungsartikel. Er arbeitete auch mit Hollywood-Filmstudios – redigierte das Drehbuch des Films „Liebe“ nach dem Roman „Anna Karenina“ mit Greta Garbo und schriebe eigene Drehbücher. In der Verfilmung des Romans „Auferstehung“ hat er die Rolle seines Vaters dank einer verblüffenden Ähnlichkeit mit ihm gespielt.

Die Ausstellung zeigt Ilija Lwowitsch als Fotografen, Journalisten, Essayisten und Kunstfreund. Im Wolkonski-Haus werden die Ausgaben seiner Erinnerungen und seiner Novelle „Ein Schurke weniger“ ausgestellt. Gezeigt werden auch die unveröffentlichten Manuskripte seiner Literaturwerke: Novellen, Drehbücher, Gedichte, die zur Sammlung des Staatlichen Tolstoi-Museums Moskau gehören. Unter den Ausstellungsgegenständen kann man auch die Essays von Ilija Lwowitsch über seine ersten Eindrücke von Amerika sehen.

Seinen Lebensweg – von Jugendjahren und ersten Familienerlebnissen bis zum Leben in der Emigration – kann man nach vielen Fotos, Zeitungsausschnitten und Briefen verfolgen. Die Besucher sehen seinen Briefwechsel mit dem Vater kurz vor seiner Hochzeit sowie Briefe an seine Frau, an seine Schwester Tatiana und seine Kinder.

Über die Handarbeit erzählen die Gegenstände aus der Sammlung des Museums „Jasnaja Poljana“ tragen: die Schachtel für einen Schleifstein, die Ilija Lwowitsch für seinen Vater anfertigte, und das Schnitzkästchen, das er für seine Mutter machte.

Diese Ausstellung erzählt auch von den Nachkommen von Ilija Lwowitsch, die sich nach der Oktoberrevolution in Jugoslawien niederließen, aber 1945 in die Heimat zurückkehrten. Ein Teil der Gegenstände wurde für die Ausstellung von den Mitgliedern der Tolstoi-Familie übergeben. Es sind eine Weste von Ilija Lwowitsch und ein Porträt seiner ersten Frau Sofija Filosofowa.
Veröffentlicht : 19 mai 2026