Am 28. Februar 2026 findet im Kultur- und Ausstellungszentrum „L. N. T.“ die sechste Vorlesung aus der Reihe „Mythen über Tolstoi“. Die Mitarbeiterin der Pressestelle des Museums „Jasnaja Poljana“ Jelisaweta Piskarjowa erzählt über einen Aspekt Leo Tolstois Persönlichkeit, der oft übersehen wird: seine Selbstironie, Scharfsinn und Humor.
 
Während der Vorlesung „Die Mythe über den Humor: Leo Tolstoi hat nie gescherzt und gelacht“ wird die Rednerin die Mythe über die Härte und Unfreundlichkeit des Autors von „Krieg und Frieden“ dekonstruieren. Das Publikum wird Tolstoi mit den Augen seiner Familie, seiner Freunde und Schüler sehen – als eine lebensfreudige und scharfsinnige Person, die andere Menschen mit seinem Lachen ansteckte.

„Es war unmöglich, sich diesen Riesen als einen netten, scherzlustigen, charmanten alten Mann vorzustellen. Und nur die Wirklichkeit hat uns, Augenzeugen, überzeugt, dass diese seltene Harmonie möglich war: dass Tolstoi nicht nur der ernsthafte Lehrer der Menschheit und das Genie, sondern auch ein warmherziger und scharfsinniger Mensch war“, schrieb über Tolstoi der Künstler Leonid Pasternak.

Das Publikum erfährt lustige Geschichten aus der Kindheit des Schriftstellers, lernt Tolstoi-Sportler, Tolstoi-Musiker und Tolstoi-Gutsherrn kennen. Die Rednerin erzählt, wie sich Humor und Selbstironie in der pädagogischen Tätigkeit des Schriftstellers, seiner Literaturarbeit und sogar in philosophischen Diskussionen äußerten. Sie erinnert sich an komische Episoden, die mit Tolstois Beziehungen mit Iwan Turgenew und Afanassi Fet verbunden sind, und erzählt, welche Stellung in moderner Kultur Witze und Scherze über Tolstoi einnehmen.
 
Das Publikum kann auch Museumsgegenstände aus dem Tolstoi-Haus sehen: Tolstois Fahrradtasche, einen Tennisschläger und eine Handpuppe „Bibabo“. Darüber hinaus werden im Lesungssaal Karikaturen von Tolstoi, die im Album „Graf Leo Tolstoi. Der große Schriftsteller des russischen Landes: Porträts, Kupferstiche, Medaillen, Malerei, Plastik, Karikaturen usw.“ veröffentlicht wurden. Dieses Album erschien 1903, noch zu Tolstois Lebzeiten, und wird heutzutage in der wissenschaftlichen Bibliothek des Jasnaja Poljana-Museums aufbewahrt.
Tickets
online kaufen