Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Alexandra (Lvovna) Tolstoi
A.L.Tolstaya
Die jüngste Tochter Tolstois wurde am 18. Juni 1884 in Jasnaja Poljana geboren. Im Alter von 16 Jahren war sie bereits die Sekretärin ihres Vaters. Sie schrieb seine Manuskripte ins Reine und war in seinen letzten Lebensjahren seine einzige Vertraute.

Sie war diejenige, die er in seine Fluchtpläne einweihte, als er 1910 Jasnaja Poljana für immer verließ. Von allen Familienangehörigen kannte nur sie seinen Aufenthaltsort auf der Flucht. Sie blieb dort bis zu seinem letzten Atemhauch. Ihr erster Aufsatz hieß „Tolstois Flucht und Tod."
Ausgerechnet ihr vermachte Tolstoi alle Rechte auf seine Werke. Im Jahr 1911, zusammen mit einem anderen Tolstoi-Anhänger, Vladimir G. Tschertkov, hat sie drei Bände der „Posthumen Werke von Leo Tolstoi" veröffentlicht. Im Ersten Weltkrieg absolvierte Alexandra L. Tolstoi die Krankenschwesternschule und ging an die Front. Als sie 1917 nach Jasnaja Poljana zurückkam, hatte sie drei Medaillen des Heiligen Georgs als höchste Soldatenauszeichnungen für ihren Mut. Seitdem war ihr ganzes Leben dem Gedenken ihres Vaters und seinen Ideen gewidmet. Sie gründete die „Gesellschaft zur Forschung und Verbreitung der Tolstoi-Werke", die einen großen Beitrag bei der Vorbereitung der 90-bändigen Ausgabe seiner gesammelten Werke leistete. Im Jahr 1920 wurde Alexandra Tolstoi als Mitglied der politischen Gruppe „Hauptquartier" verhaftet und zur Zwangsarbeit in einem Straflager verurteilt. Ein Jahr später wurde sie wieder freigelassen. Die ganze Zeit bangte sie um Jasnaja Pojana. Im Juni 1921, nicht zuletzt dank ihren Bemühungen, wurde das Tolstoi-Landgut in ein Museum umgewandelt, in dem sie die erste Kustodin war. Sie setzte sich dafür ein, eine von Tolstois Ideen durchdrungene Kultur- und Bildungsstätte zu gründen.. Allerdings traten ihr die lokale Bürokratie und der Antireligionskampf in den Weg, die ihre Mission fast unmöglich machten. Sobald Alexandra Tolstoi das Angebot erhalten hatte, 1929 in Japan Vorlesungen über ihren Vater zu halten, verließ sie Russland für immer. Die Wirren der Nachrevolutionszeit hat sie später in ihrem Buch „Schimmer in der Finsternis" festgehalten. 1931 übersiedelte Alexandra Tolstoi in die USA, wo sie fast ein halbes Jahrhundert lebte. Im Laufe ihres langen Emigrantenlebens nutzte sie jede Gelegenheit, um über ihren Vater zu berichten. Sie hielt Vorlesungen über sein Leben, seinen Weggang und seinen Tod, über sein Werk und seine Ideen. Sie schrieb Memoiren, aus denen dann ihre Erzählungen entstanden: „Ein Wunderland Japan" und „Meine ersten Schritte in Amerika", die später mit ihren russischen Erinnerungen in ihrem letzten Buch „Tochter" zusammengefasst wurden. Ihr Lebenswerk aber ist die Monographie „Vater. Das Leben von Leo Tolstoi", wobei Schriftstellerbriefe und -texte mit ihren eigenen Erinnerungen und Erlebnissen wechseln. Im Jahr 1939 entstand die „Russische Stiftung" von Alexandra Tolstoi, die die russischen Emigranten förderte. Auf einer zum Spottpreis bei New York gekauften Farm hat sie ein Altersheim, ein Krankenhaus, ein Kinderheim, eine Bibliothek und eine Kirche eingerichtet. Diese Stiftung ist immer noch aktiv. Alexandra L. Tolstoi verstarb am 26. September 1979 im Alter von 95 Jahren. In seinem Kondolenzschreiben hat der damalige Präsident der USA James Earl Carter es so ausgedrückt: „Durch ihren Tod ist eines der letzten Bande mit dem großen russischen Klassikerjahrhundert unterbrochen worden."
 
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