Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Dokumentarausstellung. Einleitung

Dokumentarausstellung zum 95-jährigen Bestehen des Staatlichen Tolstois Gutes zu Jasnaja Poljana

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„Mein Schaffen ist einzig und allein der Wahrheit geweiht"
Leo Tolstoi

„Ich habe ja „Anna Karenina" nie gelesen !
Nieder mit dem Geschwafel und leerer Auslegerei !"
„Familiensache". Ein Filmdrama von Carl Franklin, 1998

Unser Museum ist nun 95 Jahre alt geworden !

Somit wird der allerletzte zahlenmäßig zweistellige Zelebrationstermin des Staatlichen Tolstois Gutes hervorgehoben. Der Nächste wird um eine Größenordnung höher sein.

Bisher sind schon einige signifikante dreistellige Museumsjahrestage wie folgt zur Geltung gekommen:

1978: 150-jähriger Jahrestag von Leo Tolstoi

2010: 100-jähriger Jahrestag eklatanter Tolstoischen Flucht und des Todes

2016: 250-jähriger Jahrestag vom Erwerb des Landgutes Jasnaja Poljana durch Tolstois Vorfahren aus dem Fürstengeschlecht Volkonski

Darüber hinaus fällt der o.a. Kauftag von Jasnaja Poljana auf den 07.Mai jul. / 18. Mai greg. 1763, bzw. seit 1977 auch mit dem Internationalen Museumstag zusammen, der seit 2002 in Russland auch der sogenannten Museumsnacht vorgreift.

Dabei wären noch bis zum runden 100. Jahrestag des Museumsbestehens auch weitere zu absolvierende Zelebrationstermine wie folgt zu benennen:

Auf das Jahr 2016:

Am 30. August jul., bzw. 11. / 12. September greg. 2016 wird der 150. Jahrestag der Einweihung des Nebenaltars zu Alexander dem Kreuzritter aus der Nikolauskirche zum Dorf Kotschaki als Hauskirche von Jasnaja Poljana begangen.

Auf das Jahr 2018:

Am 28. August jul., bzw. 09. September greg. 2016 wird der 190. Geburtstag von Leo Tolstoi zelebriert.

Am 16. jul. / 28. greg. September 2018 wird der 150. Jahrestag vom Bestehen der beiden mit Tolstois Schaffen in Verbindung stehenden Bahnstationen „Kozlova Sasseka" zu Jasnaja Poljana und „Jassenki" aus der benachbarten Kreisstadt Schekino begangen. Die beiden o.a. Bahnstationen stehen als signifikante kulturhistorische Gedenkstätten (jeweils als Nr. 7110172000 und Nr. 7110173000) auf der bundesrussischen Denkmalschutzliste.

Noch ein weiterer, bzw. in Umlauf zu bringender, denkwürdiger Beitrag auf das Jahr 2017:

Am 16. jul., bzw. 28. greg. September 2017 wird der 150. Jahrestag der Eröffnung des mit den Klassikerpersönlichkeiten wie Leo Tolstoi, Iwan Turgenkw und Iwan Bunin in Verbindung stehenden Hauptbahnhofs zu Tula begangen.


Vorab möchten wir nur noch auf die nachstehenden denkwürdigen kulturhistorischen Jahrestage eingehen.

Der Erste gilt der Einweihung des Nebenaltars zu Alexander dem Kreuzritter aus der Nikolauskirche zum Dorf Kotschaki als Hauskirche von Jasnaja Poljana vom Jahr 1866, dessen urkundenrelevante Umlaufbringung nun durch die vorliegende Veröffentlichung bekannt gegeben soll.

Der Gedenktag zu Ehren Alexanders des Kreuzritters in Russland wurde am 30. August jul., bzw. 10. September greg. 1724 durch einen Erlass Peters des Großen ins Leben gerufen und ist dem Jahrestag bei der Umbettung seiner Gebeine vom Christi-Geburt-Kloster aus der Stadt Wladimir ins Alexander-Newski-Kloster nach St.-Petersburg geweiht.

Der o.a. Gedenktag soll einen zusammenhängenden Friedensstiftungstermin vom 30. August jul., bzw. 10. September greg. 1721, bzw. den sog. Frieden von Niestadt als glücklichen Kriegsabschluss vom Großen Nordischen Krieg (1700 – 1721) zwischen Russland und Schweden hervorheben.

Somit kommt nun Russland als Weltreich zur Geltung.

Wollte Peter der Große ein Fenster nach Europa öffnen, so ließ er sich bei seinen kämpferischen Vorhaben vom Leitbild des sagenumwobenen russischen Heerführers und Fürsten Alexander dem Kreuzritter (rus. „Alexander von der Newa") als seines eigenen hochwürdigen Schutzpatrons inspirieren.

Der im Jahr 1551 heilig gesprochene Alexander von der Newa hat die schwedische Armee bei der Schlacht an der Newa 1240 und die Ritter des Deutschen Ordens und des Schwertbrüderordens bei der Schlacht auf dem Peipussee 1242 zerschlagen, indem er zum Zeitpunkt der verhängnisvollen mongolischen Abhängigkeit die nördlichen Grenzen Russlands sicherte.

Aus Anlass des Nordischen Krieges (1700 – 1721), bzw. im Jahre 1710, hat Peter der Große das gleichnamige Alexander-Newski-Kloster zu St.-Petersburg gestiftet, das anstelle der einstigen Schlacht an der Newa angelegt wurde und zu dem der Reformer-Zar im Jahr 1723 noch die heiligen Fürstengebeine umbetten ließ. Aus gewissen Gründen wollte sein Vorhaben im gleichen Jahr pünktlich nicht erfüllt werden und kam erst 1724 auf großen Umwegen, bzw. erst von der Stadtfestung Schlüsselburg überbracht, zustande. Damit wollte der russische Zar seinem großen Vorgänger seine eigenen Ehrenbezeigungen erweisen.

Eine Ordensstiftung zu Ehren des heiligen Alexander des Kreuzritters erfolgte am 21. Mai jul., bzw. am 01. Juni greg. 1725, um im darauffolgenden Jahr 1726 durch einen noch weiteren zusammenhängenden amtlichen Feiertag vom 30. August hervorgehoben zu werden. Und durch eine Verordnung Katharinas der Großen wurde ein erst gegossener Silberschatz aus dem sibirischen Altai zur Herstellung des Heiligenschreins für die geheiligten Gebeine Alexanders des Kreuzritters verwendet. Aus diesem signifikanten Anlass wurde auch Michael Lomonossov zu seiner berühmten Versreihe inspiriert. Und am 30. August jul., bzw. 10. September greg. 1790, in Gesellschaft zahlreicher hochwürdiger Ordensträger, bzw. Katharinas der Großen höchstpersönlich, wurde noch eine Dreifaltigkeitskirche aus dem Alexander-Newski-Kloster feierlich eingeweiht, die dazu errichtet wurde, um sterbliche Überreste des großen Fürsten zu beherbergen. 


Am 30. August jul., bzw. am 11. September greg. 1866, wurde auch in der nahen Tolstoischen Nachbarschaft, bzw. in der frisch sanierten und erneuerten Nikolauskirche von Kotschaki ein Nebenaltar zu Ehren Alexanders des Kreuzritters eingeweiht. Die Erneuerungsmaßnahmen wurden auf Kosten der hiesigen Dorfgemeinde ausgeführt. Als Bauherren wirkten dabei Alexander und Agrippina Khomiakov als Leo Tolstois entfernte Geschwister vierten Grades mit, deren unzweideutige Verwandtschaft mit Frau Tatiana aus dem Fürstengeschlecht Gortschakov als gemeinsamer Ururgrossmutter urkundlich bekräftigt wird.

Die o.a. Begebenheit fällt ausgerechnet mit Tolstois Schaffenszeit zu „Krieg und Frieden" zusammen, wobei seine dichterische Inspiration auch vom volkstümlichen Elan im Hinblick auf die früheren russischen Siege von 1240, 1242, bzw. 1700 – 1721 geprägt wurde.

Die amtliche russische Ordensstiftung zu Ehren des hochwürdigen Fürsten Alexanders des Kreuzritters wurde im Jahre 1917 nach der Oktoberrevolution aufgehoben.

Der dazugehörige Nebenaltar aus der Dorfkirche Kotschaki wurde in den 1930er Jahren gesperrt. In Ermangelung der dies zu bekräftigenden amtlichen Auflösungsurkunden aus den 1930er Jahren von der Region Tula wird nun um so mehr Bedeutung der nachstehenden Museumsprotokollnotiz vom 07. Mai 1941 beigemessen:

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5. „Die Ikonenwand ist zerstört. Ihre einzelnen hölzernen Bruchstücke wurden im Gotteshaus ungeordnet zu einem Berg zusammengeführt.
6. Alle weiteren Kirchenverzierungen sind abgebaut."

Lautete der berühmte Spruch Alexanders des Kreuzritters „Wer mit dem Schwert zu uns kommt, soll durch das Schwert umkommen", so wurde dieser gröblich verdreht, was eine massive nationalsozialistische Invasion 1941 – 1945, bzw. eine Besatzung der Dörfer Kotschaki und Jasnaja Poljana zur Folge hatte und wie folgt belegt wird:


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2489.    Ein Aquarellbild von Nikita Tolstoi                                     Auf der Rückseite taucht ein Bildnis eines deutschen Feldwebels vom Jahr 1941 auf

Ein Museumsprotokoll vom 29. August 1945 zur Ermittlung der nachfolgenden Kriegsschäden vom musealen Naturschutzgebiet:

"Gesamtanzahl gefällter Bäume beläuft sch etwa auf 4000, bzw. die der entköpften Bäume auf 3000 Stück. Die angerichteten erdigen Unterstände und Bombentrichter verursachten die Aushebung von etwa 4327 m3 Bodenbestand."


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Nach der Befreiung von Jasnaja Poljana im Dezember 1941, bzw. bis zum Junimonat 1943 wurden weiterhin auf dem Museumsgelände zahlreiche Kampfeinheiten der Roten Armee, wie Briansker Fronttruppen und Litauische Division untergebracht, die nun ihrerseits weitere beträchtliche Schäden durch Abholzung, Unterstandseinrichtung und Abgrasung verursachten.

Dabei erfolgte der allerletzte Bombenanschlag in der Nacht vom 06. bis zum 07. Mai 1943, bzw. in der Nachtzeit von 22.00 Uhr bis 23.30 Uhr, und wird durch die nachstehende Museumsprotokollnotiz vom 08. Mai 1943 wie folgt belegt:

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„Am 08. Mai 1943 sollte auf Verordnung der vereinigten Tolstoischen Museumsdirektion eine Geländeabmessung und Zählung der durch den Bombenanschlag in der Nacht auf den 07. Mai 1943 beschädigten Bäume im Birkenabschnitt des Mitrophan Waldes vorgenommen werden."

Eine erneute Ordensetablierung zu Ehren Alexanders des Kreuzritters wurde in der Sowjetzeit, bzw. am 29. Juli 1942, wieder aufgenommen.

Und seit dem 07. September 2010 wird es als amtliche Staatsauszeichnung auch in der Russischen Föderation anerkannt.

Am 12. September 1946, bzw. knapp vor 70 Jahren, zum Gedenktag Alexanders des Kreuzritters, unter Mitwirkung des Tolstois Museums und seiner damaligen Leiterin Frau Sophia Tolstoi-Essenin, wurde die Nikolauskirche zum Dorf Kotschaki wieder in Betrieb genommen und für den öffentlichen Betrieb bereitgestellt.



Als amtlich anerkanntes Gründungsdatum des Staatlichen Tolstois Gutes zu Jasnaja Poljana gilt der 13. Juni 1921, als die dazugehörige Verordnung des bundesrussischen Exekutivausschusses der kommunistischen Partei über die Enteignung, bzw. Verstaatlichung von Jasnaja Poljana, verabschiedet wurde. Als inoffizieller Gründungstag gilt jedoch der 10. Juni 1921, an dem eine positive Entscheidung des Vorstandes des o.a. Parteiausschusses im Hinblick auf eine Umwandlung des Tolstoischen Privatbesitzes ins staatliche Museum getroffen wurde.

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[…]
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Tagungsprotokoll des Vorstandes des bundesrussischen Exekutivausschusses der kommunistischen Partei vom 10. Juni 1921


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Verordnung des bundesrussischen Exekutivausschusses der kommunistischen Partei im Hinblick auf eine Umwandlung des Tolstoischen Privatbesitzes ins staatliche Museum vom 13. Juni 1921

Staatverordnung über die Enteignung von Jasnaja Poljana vom Privatbesitz und dessen Umwandlung ins staatliche Museumsgut // Gesetzbuch vom Jahr 1921. Nr. 57. Artikel 371.

Seine allererste 20. Jahrestagszelebration nahm sich das Staatliche Tolstois Gut auf das Jahr 1941 vor. Geplant wurde sie für den Vorabend des kommenden Wochenendes am 22. Juni 1941, bzw. um 20.00 Uhr, wobei auch eine gemeinsame Festmahl um 22.00 Uhr vorgesehen war.

So konnte sich unser Museum aus den o.a. Gründen an einer nächsten denkwürdigen Zelebration aus Anlass seines 30-jährigen Bestehens erst im Jahr 1951 wieder erfreuen.

Auf das laufende Jahr 2016 können von uns noch weitere denkwürdige Zelebrationsanlässe wie folgt hervorgehoben werden:

  • Am 20. Mai 2016: der 30. Bestehensjahrestag im Stande einer Staatlichen Dichterstätte und musealen Naturschutzgebiets von Leo Tolstoi
  • Am 01. Juni 2016 konnten wir noch an unserem fünfjährigen Bestehen im Stande einer staatlichen bundesrussischen etatmäßigen Kulturstätte erfreuen.


Darüber hinaus kommt dabei ein auf den 08. November 1921 datierter Jahresabschlussbericht von Alexandra Tolstoi als jüngster Klassikertochter und erster Museumsleiterin von Jasnaja Poljana hinzu, in dem sie ihre dringendsten Museumsvorhaben so zusammenfasst, dass ihre Ideen heutzutage immer noch von Belang sind:


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[…]
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[…]

Für die unmittelbare Umgebung des signifikanten Tolstoischen Dichterhauses, seien es Blumenrabatten, Vorhof und französischen Park, sind maßgebliche Erneuerungsbemühungen erforderlich. Rasen ist zerstampft, mehrjährige Blumen sind dahin, Wege und Vorhof sind ausgehöhlt. Auf dem Gutsrestaurierungsplan steht Erneuerung des altertümlichen, bzw. nach dem Dichtertod zerstörten Gewächshauses, sowie die des geflochtenen Bienen-Winterhauses in der Imkerei, die auf eine überlieferte Weise am Tolstois Haus unterkommen soll.

[...]

Die Landstraße, die die Kiewer Überlandstraße mit dem Tolstoischen Museumsgut und Haus, bzw. der Dichtergrabstätte im Alten Wald verbinden sollte, ist bisher immer noch nicht fertig. Wir hätten es jedoch dringend nötig, diese weitere interne Geländestraße verfügbar zu haben, die den Museumseingang mit dem signifikanten Tolstoischen Dichterhaus und weiter noch mit dem Dichtergrab im Alten Wald verbinde, weil in einer matschigen herbstlichen, bzw. frühjährlichen, Übergangsjahreszeit unsere Wege katastrophal unpassierbar sind.


Zu betonen wäre noch eine weitere bemerkenswerte Tatsache, dass sich seit 1921 das Staatliche Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana auch als bedeutende Kulturstätte heraushebt, die u.a. eine Schule zum benachbarten Dorf Jasnaja Poljana, ein Krankenhaus und ein eigenes Postamt beköstigt.

So wird hier seit 1921 eine Grundschule gefördert, wo 97 Kinder in zwei Schulschichten, bzw. jeweils in zwei Klassen, unterrichtet werden.

Seit 1925 hat das Tolstois Museum noch eine eigene Ambulanz auf seinem Haushaltsplan, die eine kreisamtliche Anordnung an den Tag legt und 18 Siedlungen im Umkreis von 24 km, mit 8000 Einwohnern versorgt.

Die o.a. Schul- und Krankenhausetablierung erfolgte im Laufe der Vorbereitungsaktivitäten aus den Jahren 1925 – 1928, bzw. aus Anlass der Zelebration des 100. Klassikerjahrestages, und wurden ebenfalls von Alexandra Tolstoi angeregt.

Aus einer simplen Grundschule hat sich inzwischen ein Bauvorhaben eines eigenen Schulgebäudes für einen erweiterten neunklassigen Schulunterricht entwickelt, das ebenfalls Alexandra Tolstoi zu verdanken ist und am 12. Dezember 1927 von einem Zelebrationsausschuss wie folgt festgelegt wurde:


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(Es wurde beschlossen:

Gilt ein Kultur- und Bildungseinfluss der Tolstoischen Dichterstätte auf die nahe Umgebung als unverkennbar, so soll auch die allgemeine Schulpflicht in sechs umliegenden Dörfern wie Jasnaja Poljana, Taliatinki, Grumant, Baburino, Kaznatscheevka und Vorobiovka eingeführt werden."

Die allgemeine Schulpflicht kam in der Sowjetunion erst in den nachstehenden Zeiträumen zur Geltung: Grundschulbildung seit 1930, mittlere Schulreife (siebenjährige Schulpflich) seit 1949.

Das Schulgebäude zu Ehren von Leo Tolstoi zu Jasnaja Poljana hebt sich nun auch auf der bundesrussischen Denkmalschutzliste, unter Nr. 7100721000, heraus.

Auch für die Vorschulkinder in den 1920er Jahren wurden vom Tolstois Gut in den o.a. Ortschaften Kindergärten, Krippen und sommerliche Jugendherbergen gefördert.

Unter den o.a. Lehranstalten seit 1925 wurde u.a. auch ein ehemaliges Adelsgut vom Dorf Teliatinki beköstigt. Aus Anlass des 100-jährigen Klassikerjahrestages wurden seine Räumlichkeit saniert, bzw. der Strom wurde verlegt, was u.a. als bemerkenswerter Beitrag zum Ausbau des dortigen Bildungssystems galt.

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Fast gleichzeitig, bzw. seit 1927, um einer nachdrücklichen Bitte von 2000 Werktätigen Folge zu leisten, wurde auch an der ehemaligen Tolstois Sterbestation am Südort Astapowo die dortige siebenklassige Mittelschule in eine neunklassige umgewandelt.

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6. Herr Kultusminister Anatoli Lunatscharski wird hiermit beauftragt, die dortige siebenklassige Mittelschule in eine neunklassige umzuwandeln.".

Durch den ältesten Klassikersohn und Mitstreiter des Zelebrationsausschusses Sergius Tolstoi wurde die Einrichtung eines eigenen Postamtes an der naheliegenden Bahnstation zu Jasnaja Poljana in die Wege geleitet. Bisher konnte die Museumspost erst auf Umwegen über Tula zugestellt werden, sodass ein simpler Briefweg von Moskau die unmöglichen fünf Tage in Anspruch nahm.

Darüber hinaus leistete das Dichtermuseum zu Jasnaja Poljana beträchtliche Lebensmittelversorgungshilfe für umliegende Wohnorte, bzw. ganz im Sinne von Leo Tolstoi:

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„Das Dorf Sakharovo hat das Anrecht, durch uns mit nachfolgenden Lebensmitteln die Beköstigung der dortigen Kinderkrippe wie folgt auszuführen: 16 Kilo Sandzucker, 16 Kilo Hirsengraupen und 144 Kilo Roggenmehl. Das Roggenmehl wurde in Ermangelung des Weizenmehls ausgeteilt. Mag es ja für die Kleinkinder unbrauchbar sein, konnte es günstig gegen andere erforderliche Lebensmittel ausgetauscht werden."
[...]) 2/VIII-26 г.)»

Offensichtlich bestand im Jahre 1926 ein Weizenmehlmangel für Jasnaja Poljana und seine Umgebung.

Aus Anlass des 100-jährigen Jahrestages von Leo Tolstoi sollten noch nachstehende agrarwirtschaftliche Vorhaben erfüllt werden:

  • Lokale Viehzuchtverbesserung bei Pferdezucht (durch Zugpferde und Traber), Rindzucht (durch schwedische Rindrassen), Schweinezucht (durch Yorkshire-, bzw Edelschweine) und Schafzucht sollte durch Einrichtung eigener Kupplungsstelle ermöglicht werden.
  • Einrichtung einer eigenen Getreidereinigungsanlage und Vertriebsstelle mit Wartung.

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  • Vertrieb eines sortenechten Samengutes für umliegende Bevölkerung. Seit 1926 werden in Jasnaja Poljana Schatilow Hafer, zottige Wicke, Permer Klee und Winterweizen angebaut.
  • Über das Klassikergedenken durch Erneuerung des altertümlichen Tolstois Gartens hinaus sollten noch alljährlich ca. 4000 – 5000 3-4-jährige winterresistente Obstsetzlinge zu günstigen Preisen an hiesige Bevölkerung vermarktet werden.

Noch lange bevor im Jahre 1960 ein sowjetisches Denkmalschutzgesetz in Kraft trat, pflegte das Staatliche Tolstois Gut die Gedenkstätten innerhalb und außerhalb seiner unmittelbaren Gebietsgrenzen zu beaufsichtigen, die nun nachstehend aufgeführt werden:

  • Nikolauskirche zum Dorf Kotschaki (Nr. 7110163000 auf der bundesrussischen Denkmalschutzliste)
  • Grabmal des unschuldig hingerichteten Soldaten Basil Schibunin am Ort Kolpnia aus der Kreisstadt Schekino, anstelle seiner Hinrichtungsstelle von vor 150 Jahren, bzw. vom Jahr 1866. An der Stelle wurden dann 1941 noch weitere sterbliche Überreste der gefallenen Rotarmisten mitbestattet. Heutzutage hebt sich es als bedeutendes Mahnmal heraus.

Im Zeitraum von 1921 bis 1986 wurde die gesamte museale Naturschutzgebietsoberfläche von 201 auf 412 ha erweitert, beläuft sich trotzdem nur noch auf eine Hälfte von ihrer ursprünglichen Größe vom Jahr 1910.

Das bundesrussische Gesetz im Hinblick auf Etablierung einer staatlichen Naturschutzverwaltung wurde erst 2013 verabschiedet.

Die signifikante, bzw. in „Anna Karenina" verewigte, Kalinov-Wiese (dt. „Schneeballstrauchwiese") wurde im Jahre 1966 von der die obwaltenden kollektiven Agrargenossenschaft „Lenins Weg" enteignet und in musealen Besitz übertragen. S. die o.a. Beschlussnotiz der Tulaer kommunistischen Gebietsverwaltung vom 28. Januar 1963.

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Im Zeitraum von 1990 bis 2000 entstanden weitere signifikante Museumsfilialen von Jasnaja Poljana als ehemalige Landgüter der Tolstoischen Familienangehörigen zu Kozlova Sasseka und Nikolsko-Viasemsko, Mansurovo, Pirogovo und Pokrovsko. Dirket im Tolstois Dorf Jasnaja Poljana entstanden ein Museumskindergarten, ein Kulturhaus und eine hauseigene Hotelanlage. Als weitere Filialen von Jasnaja Poljana wurden auch noch ein Heimatmuseum zum Museumsdorf Krapivna, sowie eine Kulturstätte zur Gebietshauptstadt Tula etabliert.

 

Seit 1763 trugen zur Etablierung des heutigen Gutsbildes von Jasnaja Poljana drei Generationen der Tolstois Vorfahren bei, die ihre antiken Schönheitsvorstellungen an den Tag legten.

So liefern uns bemerkenswerten, bzw. gleichzeitig mit ihrem beliebten „Englischen Garten" von Jasnaja Poljana entstandene, Dichterübersetzungen Tolstois Mutter Prinzessin Maria Volkonska einige signifikante Metaphern:

„Meine Lieblingsparkpappel soll Herakles Gefechte in Erinnerung rufen"
„Der Wasserspiegel soll Einem ein reizendes Gefolge von Göttern und Göttinnen wie Neptun und Amphitrite vor Augen führen."

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Landschaftsparkbild als sog. „Englischer Garten" aus den 1810−1820er Jahren

Eigenhändig in den 1820er Jahren (?) von Prinzessin Maria Volkonska angepflanzte Silberpappeln am Mittleren Teich im Englischen Garten.

Museumsarchivnotiz auf das Jahr 2015

Die von ihr ausgeführte Pappelpflanzung wird von unserem Museum wie folgt urkundlich belegt:


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Belegkarte für eine Weißpappel Nr. 1174 vom Englischen Garten aus dem Jahr 1969

In den Jahren 1807−1809 wurde von der Prinzessin Maria Volkonska ein Pflanzenregister (zu etwa 800 Pflanzenarten) für Jasnaja Poljana so meisterhaft zusammengefasst, dass es nun unverkennbar zur naturwissenschaftlichen Erkundung unserer heimatlichen Flora beiträgt. Es wurde von uns im Jahre 2012 herausgegeben und beinhaltet etwa 200 Pflanzenarten.

Wildpflanzen Kulturpflanzen
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Tilia europaea.
Holländische Linde
Achillea millefolium.
Gemeine Schafgarbe
Citrus medica. Zitronatzitrone
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Myosotis arvensis.
Acker-Vergissmeinnicht
Centaurea Cyanus. Kornblume Polemonium caeruleum.
Jakobsleiter
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Lychnis chalcedonica.
Brennende Liebe
Papaver Rhoeas.
Klatschmohn
Adonis aestivalis.
Sommer-Adonisröschen

Darunter heben sich die nun völlig verschwundenen und bedrohten, bzw. fürs Naturschutzgebiet Jasnaja Poljana und russlandweit kennzeichnenden, Pflanzenarten heraus:

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Nymphaea alba.
Weiße Seerose
Rosa semperflorence.
China-Rose
Rosa centifolia. Kohl-Rose

Ein Naturwissenschaftlicher Standpunkt von Jasnaja Poljana lautet wie folgt:

Für ein etabliertes Naturschutzgebiet aus der Russischen Föderation wie weltweit spricht immer eine naturwissenschaftliche Ermittlung seiner heimischen Pflanzenwelt.

Baudenkmälerische wie landschaftliche Neugestaltungen der Fürstenfamilie Volkonski, bzw. die der Grafenfamilie Tolstoi werden somit als signifikanter Beitrag zum kulturhistorischen russischen Erbe aufgefasst.

Unsererseits dürfen wir darauf stolz sein, dass im Laufe der naturverbundenen Geschichte des Tolstoischen Museumsgutes nicht nur die Baumbestandszählung in der Kriegszeit, sondern auch dazugehörige Katalogisierung mit jeweiligen Karteien im Hinblick auf altertümliche Park-, Garten- und Forstanlagen vollbracht wurden.

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Baumzählungskarteien für den Forstabschnitt „Tschepizh", bzw. für den Alten Garten des Fürsten Volkonski, vom Stand auf das Jahr 1970


Aus der Geschichtsschreibung des alten Fürsten Nikolaus Volkonski als Tolstois Großvaters mütterlicherseits

Auch die oberen russischen Staatsmänner wie der Zar Paul I., bzw. sein Sohn der Großfürst Michael und Enkel Alexander II., sowie der Enkel des Letzteren und letzter russischer Zar Nikolaus II., sollen indirekt zur Museumsetablierung von Jasnaja Poljana beigetragen haben.

Durch seinen, bis 1939 im Jasnaja Poljanaer bewahrten, Verordnungsbrief vom Sommer 1799 informierte Paul I. den Fürsten Nikolaus Volkonski als Infanteriegeneral und Arkhangelsker Kriegsgouverneur über die Auflösung eines ihm seit Dezember 1798 unterstellten Kampfkorps. Einen plausiblen Grund dazu lieferte ein Siegeszug von Alexander Suworow vom Sommer 1799 durch Westeuropa, sodass nun die russische Weißmeerküste vor einer französischen Truppenlandung außer Gefahr war und somit der Kampfeinsatz des Füsten Volkonski sich erübrigte. Seine weiteren Kriegshandlungen für den Zeitraum 1799 – 1800 gab Paul I. in den nachstehenden Briefpassagen an Alexander Suvorov wie folgt bekannt:

Am 16. jul. (27. greg.) September 1799, Gatschina

„Sollte Österreich einen geheimen, bzw. separaten, Frieden mit Frankreich im Schilde führen, müssen wir die Rückführung unserer Kampftruppen nach Russland bedenken, damit sie sich wieder in der Heimat erholen."

„Ich bin auf alles gefasst und gehe vollkommen in meinen Bemühungen auf, mein Vaterland unverbrüchlich zu bewahren, das mir vom Gott gegeben wurde."

Am 11. jul. (22. greg.) Oktober 1799, Gatschina

„Ihre allerwichtigste Aufgabe war es immer, die westeuropäischen Kaiser zu retten. Erretten Sie nun unsere russischen Soldaten zu Ehren Ihres russischen Landesherrn."

Als Suworowscher Truppenrückzug in den Alpen verhindert wurde, schrieb Paul I. an Suworow am 29. jul. Oktober / 09. greg.) November von Gatschina wie folgt:

„Nur noch die allerletzte Herausforderung sollte von Ihnen bewältigt werden und zwar die Mutter Natur ja bezähmt. Aber nun haben Sie auch sie gut im Griff."

Auf eine signifikante Weise wird im Jahr 2016 in dem vorher lange geschlossenen Suworows Museum ein 65. Jahrestag seiner Betriebswiederaufnahme zelebriert.

Trotz allem vorausgehenden Rückführungsaufwand wurde die russische Armee im Jahr 1805 wieder nach Österreich rückgeholt.

Michael Kutusow, der beim o.a. Alpenübergang Suworow seine Kampfgesellschaft geleistet hatte, ließ sich nun die russischen Truppen in Braunau in ihrer alten Anordnung so aufstellen, wie die nach dem o.a. Bergübergang im Jahre 1799 zum Ausdruck gekommen war, weil er den westeropäischen Herrschern ihre eklatante Kurzsichtigkeit vor Augen führen wollte. Leo Tolstoi seinerseits brachte die o.a. Anordnung in seinem „Krieg und Frieden" wieder zum Wort.

„Als Fürst André ins Büro kam, rief ihn der alte Fürst zu seinem Schreibpult. Schau mal, hier sind ein Leihschein und Begleitbrief, die meine Förderung für den darbieten sollen, der eine Geschichte der Suworowschen Kampfzüge erbringt." (Leo Tolstoi. „Krieg und Frieden")

Am 27. jul. Dezember 1799, bzw. 07. greg. Januar 1800, von St.-Petersburg schrieb Paul I. an den Grafen Suworow wie folgt:

„Lieber Alexander Basilievitsch !

Ich beglückwünsche Sie ganz herzlich zum Neuen Jahr und möchte Ihnen hiermit übermitteln, dass die Umstände es so von uns erfordern, dass sich unsere Kampftruppen wieder in unsere heimatlichen Lande zurückziehen. Die Aussichten unserer österreichischen Verbündeten bleiben unverändert, und der jüngste Staatsstreich in Frankreich macht uns alle hier auf ein langes Warten gefasst. Vergeuden Sie bitte keine Zeit und lassen Sie unsere Truppen sofort ins Heimatland abziehen."

Paul I. meinte damit den eklatanten Staatsstreich des 18. Brumaire VIII des Französischen Revolutionskalenders (09. November 1799). Seine Folgen waren das Ende der Französischen Revolution. Napoleon Bonaparte wurde als Erster Konsul zum Alleinherrscher.


Zur Rücktrittsgeschichte des alten Fürsten Nikolaus Volkonski: 

Der General Nikolaus Volkonski nahm „nach seinem eigenhändigen Gesuch seinen Abschied vom Militärdienst (mit Entschädigung) am 23. November jul., bzw. 04. Dezember greg. 1799. Im angehenden Jahr 1800, bzw. gleichzeitig mit dem Abzug der ausländischen Kampftruppen von Alexander Suworow, kehrte er nach Zentralrussland zurück und ließ sich samt seiner einzigen Tochter Maria auf seinem alten Gut zu Jasnaja Poljana nieder.

Die späteren Nachkommen seiner leibeigenen Bauern erstatteten vom ihrem Fürsten ihren lobenswerten Bericht wie folgt:

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Marpha Orekhova:
„Ich bin nun 75 oder 76 Jahre alt, genauer weiß ich es nicht.
Von meinem Großvater Roman Orekhov habe ich öfters über den alten Fürsten Volkonski gehört. Es wurde sehr viel gearbeitet, dabei hatte man aber reichlich zu essen und war immer zufrieden. Zuweilen konnte man sich selbst einen Kneipenbesuch mit dazugehörigem Spanferkel leisten. Und eine reichliche Kornernte wurde auch jährlich eingebracht."

Zum Militärrücktritt von Leo Tolstoi:

Dieser wurde vom Großfürsten Michal als Zarensohn Pauls I. und oberer Feldzeugmeister-General im Jahre 1856 genehmigt.

Leo Tolstoi trat aus Gesundheitsgründen von seinem Militärdienst am 26. November jul., bzw. 08. Dezember greg. 1856 zurück. Im angehenden Jahr 1857 ließ er sich auf seinem mütterlichen Familiensitz Jasnaja Poljana nieder, wo er nun bis auf das Jahr 1910 knapp 200 Dichterwerke schuf und somit zur Umwandlung seines Genius Loci in ein weltberühmtes Museum und Dichterstätte beitrug. (Nr. 7110171000 auf der bundesrussischen Denkmalschutzliste). Seine Stellenübersicht beinhaltet heutzutage 44 einzelne Standorte (Nr. 7110171001 bis 7110171044 auf der o.a. Denkmalschutzliste). In unmittelbarer Nähe von Jasnaja Poljana befinden sich noch sechs weitere signifikante Dichtergedenkstätten.

Die Mitwirkung von Nikolaus II. an Etablierung von Jasnaja Poljana als staatlichem Museumsgut erwies sich durch seine Erteilung einer staatlichen Rente an die Dichterwitwe Sophia Tolstoi im Jahre 1911, bzw. in einer stolzen Höhe von 10.000 Rubel pro Jahr, die beträchtlich über einen Durchschnittswert hinausging. Die nachfolgende Verordnung des sowjetischen Wirtschaftsministers auf das Jahr 1918 belegte ebenfalls die o.a. Rentenhöhe und deren Auszahlungsberechtigung, solange „Frau Sophia Tolstoi den o.a. staatlichen Zuschuss für den Erhalt des Tolstoischen Jasnaja Poljana aufwendet."

Faktisch setzte noch zu Klassikerlebzeiten ein Trend zur Umwandlung seines Familiengutes in ein Museum, bzw. in einen etablierten Pilgerort, ein. Als solcher stellt sich unverkennbar seine einzigartige Grabstelle am Rande der Schlicht im Alten Wald seit seinem Todestag am 9. jul. (22. greg.) November 1910 heraus. Das ist ausgerechnet die romantische Kinderspielstätte, wo die kleinen Tolstois Geschwister nach dem „Grünen Glücksstock" der ewigen Seeligkeit suchten und die dann Leo Tolstoi sich selbst als eigene Grabstätte bestimmte.

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Eine Fotoaufnahme nach einer Zeichnung des Malers Iwan Pokhitontov namens „Waldstelle, wo der Grüne Glücksstock verscharrt liegt" aus den 1900er Jahren.

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Die erste Zusammenstellung und Ermittlung der ersten Tolstoischen Dichterhaussammlungen wurde bereits im Zeitraum von 1887 bis 1910 von Sophia Tolstoi vorgenommen. Die o.a. Sammlungen gab sie an die beiden Moskauer Rumianzev und Historisches Museen in Verwahrung.

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[…]
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Eine Inventarliste der am Moskauer Historischen Museum in Verwahrung gegebenen Tolstoischen Sammlungen. Eigenhändig signiert von Sophia Tolstoi auf das Jahr 1904

Im Zeitraum von 1912 bis 1918 wurde von Sophia Tolstoi auch eine finale Inventarliste im Hinblick auf die im Tolstoischen Dichterhaus zu Jasnaja Poljana verbliebenen Museumsstücke erstellt.

Die aussagekräftigen Inventarlisten von Sophia Tolstoi mit präzisen Angaben zur Hauseinrichtung der Tolstoischen Dichterstätte wurden im Oktober 1927 in der Dichterbibliothek zu Jasnaja Poljana aufgefunden. Als kennzeichnend fürs Ambiente von Jasnaja Poljana heben da sich zum ersten Male verschiedene Schattierungen von Grün heraus, die an den nachfolgenden Stellen von Jasnaja Poljana zum Ausdruck kommen:

[...]

Grünes Sofa, „auf dem Herr Graf Tolstoi, sowie seine Brüder und einzige Schwester Maria, bzw. seine eigenen acht Kinder zur Welt kamen.

[...]

„In dem eine Etage tieferen, bzw. unterm Wohnzimmer, befindlichen Gästezimmer:
1. Dunkelgrünes Sofa (drei Kissen und zwei Schlummerrollen)
2. Zwei grüne niedrige Polsterstühlchen
3. Ein Schreibtisch und ein Kartentisch sind mit grünem Tuch überspannt

[...]

20. Ein grüner niedriger Polsterstuhl

[...]
Auf einer Außentreppe, bzw. am Krocketplatz und im Flur stehen:

1. zwei hölzerne grüne Bänke
2. ein längerer grüner Tisch

In den Inventarlisten von Sophia Tolstoi auf das Jahr 1918 taucht ihre ausdruckvolle Begleitnotiz wie folgt auf:

„Sollte etwas davon nicht mehr auffindbar sein, heißt es, es wäre mir unmerklich abhanden gekommen."

Auf eine bemerkenswerte Weise greift die o.a. Begleitnotiz die Bewahrungssignifikanz im Hinblick auf konservierte Tolstoische Gebrauchsgegenstände auf, indem die bestehenden Karteien zu den verschwundenen Ausstellungsstücken nicht weniger aussagekräftig ihren Aufschluss über das Ambiente von Jasnaja Poljana erteilen.

Auf die gleiche Weise wird der o.a. Sachverhalt auch von einer Staatsverordnung vom Jahr 1921 bekräftigt, an deren Etablierung emsig nun die Dichterkinder Sergius, Tatiana und Alexandra Tolstoi mitwirkten.

„Ein Museumkustode von Jasnaja Poljana soll das signifikante Tolstoische Dichterhaus einschließlich des gesamten Ambientes und der Tolstois Grabstätte, sowie den die umgebenden Alten Wald und weitere Forstabschnitte, bzw. alle Park- und Gartenanlagen, sowie die Wirtschaftsgebäude zum mittleren Gutsteil, bzw. das gesamte Erscheinungsbild von Jasnaja Poljana weiter pflegen und unversehrt so bewahren, dass die baufälligen, bzw. nach dem Dichtertod zerstörten Abschnitte umgehend erneuert werden."


Massive Besucherströme sind von einem Museumsbetrieb nicht wegzudenken.

Eingehende Tolstoische Hausbesichtigungen wurde von Sophia Tolstoi gleich nach dem Dichtertod, bzw. ab dem 02. Januar 1911, an allen Tagen ausgenommen Weihnachts- und Neujahrsfest aufgenommen.

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Ein Gästebuch vom Staatlichen Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana. Erster Blatt auf das Jahr 1911

Der Besucherstrom nimmt von Jahr zu Jahr immer mehr zu.
In den 1920er Jahren sahen die Museumsbetriebsregelungen wie folgt festgelegt aus:

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Die Beweggründe zu einem Besuch nach Jasnaja Poljana stellen sich immer unterschiedlich aus. Ihre Besucheranfragen werden auch ganz unterschiedlich formuliert.

Dabei heben sich explizit die Beiträge überzeugter Tolstois Kenner heraus, deren langjährigen Forschungsrecherchen am aufwendigsten sind. Fast vierzig Jahre liegen zwischen dem ersten Besuch von R. F. Christian als Russischprofessor aus St. Andrews Universität (Schottland) in Jasnaja Poljana und seiner Herausgabe (London, 2010) der Tolstoischen Tagebuch- und Briefübersetzungen (in jeweils 2 Bänden) zurück.

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Eine Postkarte von R. F. Christian mit Universitätsausblick an unser Museum vom Jahr 1972

Von Sunday Times wurde dann die o.a. Veröffentlichung als eine der bedeutendsten Neuerscheinungen als „one of the most important books to be published in recent years" hervorgehoben.

Unter den zahlreichen Tolstois Gutsbesuchern machen ja diejenigen auf sich aufmerksam, die ihre Gästebuchnotizen und Sprüche in einer anekdotischen Form zurücklassen, an denen nun auch Sie Ihren Spaß finden können:

„Tolstoi meisterte seine Romane mit Wimpertusche Max Factor, die ihnen Ausdehnung, Volumen und Ausdruckskraft vergab."

Die berühmten Tolstois Romane „Krieg und Frieden", „Anna Karenina" und „Auferstehung" entstanden in den 1860er bis 1890er Jahren und waren Jasnaja Poljana als Schaffensort zu verdanken.

Die Wimpertusche Max Factor wurde im Jahre 1914 in den USA durch gebürtigen Russen Max[imilian] Factor[ovitsch – als Vatersname] entwickelt, der für seine Erfindung im Jahr 1928 einen Oscar-Filmpreis für „außerordentliche Kosmetikprodukte für schwarzweiße Filmproduktion" errang.

Die Romanfiguren von „Krieg und Frieden" führten ihren Briefwechsel mit Kielfedern aus.

Dabei waren im Jahre 1803 erfundene Stahlfedern in den 1830er Jahren weitgehend auf dem Schreibwarenmarkt vertreten.

Hat etwa Leo Tolstoi genauso wie Alexander Puschkin zu Kielfedern gegriffen ?

Mit welchem Schreibzeug wurde denn „Krieg und Frieden" bewerkstelligt ?

Welche Federnanzahl und – beschaffenheit waren Leo Tolstoi fürs Schaffen seiner berühmten Romanwerke erforderlich ?

(Fortsetzung folgt)

Dina Tikhonova als Ausstellungsautorin
 
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