Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Alexandre Alexeïeffs Aquatinta-Radierungen zu Tolstois „Anna Karenina“

_01Am Samstag, 13. Januar 2018, um 14.00 Uhr, in der städtischen Galerie „Jasnaja Poljana" zu Tula wird die der Buchgestaltung von Tolstois „Anna Karenina" geweihte Aquatinta-Kunstausstellung von Alexandre Alexeïeffs (1901–1982) eröffnet. Zu besichtigen sind insgesamt 120 Aquatinta-Radierungen des herausragenden russisch-französischen Kunstmalers und Trickbildzeichners. Seine kunstvollen Abbildungen zu „Anna Karenina" sind uns von der deutschen Sammlerin Irina Stezhka zur Verfügung gestellt. Um Ausstellungseröffnungsfotos zu sehen, klicken Sie hier>>> Die o.a. Alexeïeffs Aquatinta-Reihe trat ihre hiermit angekündigte Ausstellungstournee durch russische Lande mittlerweile schon im Jahre 2017 an.

In der Kunstwelt wird Alexandre Alexeïeffs als „unbekannten Russen doch namhaften Franzosen" benannt. Als russischer Auswanderer aus der allerersten Emigrationswelle 1921 zog er nach Frankreich um, wo er sich als Kunstmaler, Buchgestalter, Filmemacher und Trickbildzeichner einen Namen machte. Im Laufe seines langen Künstlerlebens entstanden zahlreiche Abbildungen zu mehr als 40 russischen und fremdsprachigen Klassikerwerken, seien es die von Alexander Puschkin und Nikolai Gogol, Leo Tolstoi und Fedor Dostoevski, Anton Tschekhov und Boris Pasternak, sowie die von E.T.A. Hoffmann, Edgar Poe und Charles Baudelaire. Als angehender Buchdesigner übte er sich in Tonholzschnitt, um später noch Lithografie, Aquatinta und Radierung in den Griff zu bekommen.

122An seiner o.a. Bilderreihe zu Tolstoi „Anna Karenina" wirkte der Maler von 1951 bis 1957. Dabei entstanden seine insgesamt 120 Aquatinta-Radierungen. Bereits zum Dezember 1956 entstanden seine allerersten Probeabdrücke, die auch die eigenhändigen Randbemerkungen des Kunstmalers enthalten. Jedoch zu seiner Lebzeit gelang es ihm nicht, sein Meisterwerk in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Erst im Jahre 1997, bereits mehrere Jahre nach seinem Tode, wurden seine bemerkenswerten „Anna Karenina" – Abbildungen als vollendetes Stichheft in Auflage von nur 90 Stück von seiner Tochter Svetlana Alexeïeff-Rockwell veröffentlicht. Und dann schon in angemessener Weise wurden die o.a. Alexeïeffs Abbildungen und der eigentliche Tolstois Romantext vom St.-Petersburger Buchverlag „Vita Nova" zum allerersten Mal mit einander in Einklang gebracht.

Auf den o.a. Alexeïeffs Radierungen kommen Obsession, Leidensfähigkeit und Schmerzen der beliebten Tolstois Figuren unverkennbar zum Ausdruck. Und durch durchsichtige bewegliche Schatten, flackernde Kerzen vom Kristallleuchter und von Gästen verlassenen Esstisch wird man als Leser sofort ins sagenumwobene Ambiente von „Anna Karenina" hineinversetzt. Ein Spiel von Licht und Schatten und feine schwarzweiße Halbtöne schauen wie Aquarellbilder aus, rufen beliebte Tolstois Romanvignetten wieder ins Gedächtnis und lassen die wohlbekannten Romanmotive im neuen bahnbrechenden Glanze erstrahlen.

Die Ausstellung läuft bis zum 25. Dezember 2018. Wir haben dienstags bis sonntags von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr für Sie geöffnet. Der Ticketverkauf läuft bis 18.00 Uhr. Eine führungsfreie Besichtigung kostet nur 30 Rubel

Zum Ausstellungsgegenstand:

Die Aquatinta, auch als Tuschätzung, Bistermanier oder Ätzlavierung bezeichnet, ist ein spezielles Verfahren der künstlerischen Druckgrafik, die im Zusammenhang mit Metallverarbeitung entsteht und einer Aquarellzeichnung gleichkommt, um auf diese bemerkenswerte Weise Gestaltungsvielfalt, Werkstoffstruktur und feine farbliche Nuancen zum Ausdruck zu bringen. Als Kunstform entstand Aquatinta am Ende des XVIII. Jh. in Frankreich, was an sich schon maßgebend ist, insofern Alexandre Alexeïeff die langen 60 Jahre seines Lebens ausgerechnet in diesem Land wirkte und seine Radierungstechnik perfekt beherrschte.

Alexandre Alexeïeff (1901–1982) war ein Grafiker, Trickbildzeichner, Kunstmaler und Schöpfer des Nadelschirmes. Hatte er seine künstlersische Ausbildung in der Malereiwerkstatt des Symbolisten Sergej Sudeikin erlernt, arbeitete er im Anschluss als Bühnenbildner in den russischen Theaterhäusern und wanderte 1921 nach Frankreich aus, wo er sich einen Namen machte und den Großteil seines Lebens verbrachte.

Alexandre Alexeïeff war ein großer Versuchsfreund und tritt als Urheber der Computergrafik und Trickfilmkunst auf. In die Kunstgeschichte ging er auch als Schöpfer des sog. Nadelschirmes ein. Der Nadelschirm von Alexandre Alexeïeff stellt eine senkrechte, bzw. mit gleichmäßig darauf verteilten langen dünnen Nadeln durchsetzte, Fläche dar. Auf diese Weise werden durch die von ihren aufs Kameraobejktiv ausgerichteten Nadelspitzen (heutzutage als Pixelabfolge begriffen) abgeworfenen Schatten Alexeïeff Trickzeichenfiguren eingezeichnet, die er pesönlich noch als „Trickradierungen" zu bezeichnen pflegte. Im Jahre 1963 erlangte er einen Siegerpreis im Versuchsfilmfestival zum belgischen Knokke für seine trickzeichnerische Verfilmung der Erzählung „Die Nase" von Nikolai Gogol.

Ebenfalls gilt Alexandre Alexeïeff als Urheber des internationalen Trickfilmfestivals zum französischen Annecy, das bis heute noch sehr begehrt ist. Sein Schaffen galt u.a. als Inspirationsborn für so namhafte Trickfilmemacher wie den russischen Schöpfer des sagenumwobenen „Der Igel im Nebel" Juri Norstein und den Oskarträger und den kanadischen Trickfilm-Pionier Norman McLaren.

Von unserer heimischen Seite her wurde sein bemerkenswertes Schaffen insofern aufgegriffen, wenn auch 2010 ein Dokumentarstreifen „Heimatlose Russen" von Nikita Mikhalkov in die Öffentlichkeit kam.
 
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