Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Signifikante Abbildungen zum meistgelesenen Abc-Buch von Leo Tolstoi

12Vom 08. September bis zum 22. Oktober 2017
In der hauseigenen Museumsgalerie „Jasnaja Poljana" in der Oktoberstraße 12 zu Tula

Zu besichtigen sind weitgehend anerkannte ausdrucksvolle, bzw. im Laufe des gesamten XX. Jh. entstandene und von konventioneller Besichtigung sonst ausgeklammerte, bzw. den internen Museumssammlungen von Jasnaja Poljana entstammende, Abbildungen zum Tolstois Abc-Buch als Meisterwerke von Vladimir Favorski (1932), Mendel Gorschman (1941), Valentin Kurdov (1940er Jahre), Eugen Ratschev (1949), Alexej Pakhomov (1960er Jahre), Nikephoros Raschektajev (1970er Jahre), Michael Romadin (1978) und Sergius Harlamov (1988).

Genau vor 155 Jahren, bzw. 1872, wurden Tolstois Abc-Buch und seine vier weitere dazugehörige Lesebücher für Grundschüler aufgelegt. Im dazugehörigen Begleitschreiben gestand Leo Tolstoi seine hohen diesbezüglichen Ansprüche: „Mein größter Traum wäre es, dass anhand meines vorliegenden Abc-Buches die ganzen zwei aufeinanderfolgenden Generationen ihre Lese- und Schreibfertigkeit erlernen und sich dabei nicht nur als Bauernkinder, sondern auch heranwachsende russische Thronfolger angesprochen fühlen." Das lehrreiche Tolstois Abc-Buch ist seitdem auf dem heimischen Schulbildungsprogramm festgeschrieben, selbst wenn sich die zeitgenössischen Schüler meistens nur seiner verkürzten Fassung bedienen. Jedoch gehören seine beliebten Kurzgeschichten wie noch kleinere Lesestücke weitgehend zum pflichtmäßigen wie supplementären Schulpensum und erfreuen sich von Jahr zu Jahr der zunehmenden Beliebtheit. Durch die sprichwörtliche Trefflichkeit der Tolstois Ausdrücke erweist sich die Fibel selbst für Leistungsschwache als leicht fassbar, wobei seine ausgeglichene Motivführung durch zahlreiche ausdrucksvolle Abbildungen untermalt ist, die sich mittlerweile schon an ihrer eigenen langjährigen Bestehensgeschichte erfreuen.

Bei der Gestaltung des o. a. Tolstois Abc-Buches wirkten namhafte kunstmalerische Vertreter verschiedener Stilrichtungen mit. Und ihre zahlreichen in unserer o.a. Ausstellung zu besichtigenden Meisterwerke bringen nicht nur die Einzigartigkeit eines reifen künstlerischen Verfahrens zum Ausdruck, sondern vermitteln auch die dichtkünstlerische Intention des Buchautors, indem rein buchdrucktechnische Parameter wie Gesamt- und Seitenformat, sowie die Schriftgröße eine große Rolle spielen, um den Leser auf ein abgestimmtes Verhältnis zwischen textlichem und bildlichem Buchinhalt zu bringen.

Die Ausstellungseröffnung findet Freitag, 08. September 2017, um 17.00 Uhr statt. In der Museumsgalerie „Jasnaja Poljana" zur Oktoberstraße 12 zu Tula haben wir dienstags bis sonntags von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr für Sie geöffnet. Eine führungsfreie Besichtigung kostet nur 30 Rubel

Zum Künstlerprofil:

Vladimir Favorski (1886-1964) war nicht nur ein namhafter, mittlerweile als Buchdruckklassiker anerkannter Kunstmaler, sondern auch ein Kenner der Buchgestaltungstheorie. Auf seinen Abbildungen kommt der altertümliche Holzstich in seiner betont gegenwartskünstlerischen Erscheinungsform explizit zur Geltung.

Mendel Gorschman (1902-1972) war ein an der Moskauer sog. Oberen kunsttechnischen Werkstatt graduierter Grafiker, Kunstmaler und Buchgestalter, der in den 1930er Jahren als Buchdesigner vor allem den auf Jiddisch gedichteten Werken zugewandt war. Seit den 1920er Jahren pflegte er nicht nur eine enge Freundschaft mit prominenten jüdischen Künstlern, sondern er legte seine eigene jüdische Abstammung an den Tag.

Valentin Kurdov (1905-1989) war ein Grafiker und Aquarellmaler, Buchdesigner und Tafelmaler. Als angehender Zeichner träumte er von einer Kunstmalerkarriere, bis er durch ein meisterhaft von Vladimir Lebedevs illustriertes Kinderbuch von der Buchgrafikfaszination ergriffen wurde. Und nach seiner signifikanten Begegnung mit dem Kinderbuchautor Vitali Bianki hat er sich endgültig als Kinderbuchgestalter umqualifiziert. Viele halten ihn konventionell für einen „Tiermaler", jedoch gestand er es selbst, dass sich seine „tierischen" Abbildungen nicht unbedingt als kinderrelevant erweisen. Und für seine 1980 entstandenen Rudyard-Kipling-Abbildungen wurde er zwei Jahre später mit einem Hans-Christian-Andersen- Preis von Cambridge ausgezeichnet.

Eugen Ratschev (1906-1997) war auch ein anerkannter, in Krasnodar und Kiew ausgebildeter Tiermaler und Buchgrafiker. Zu seiner Spezialisierung gehörten Abbildungen zu den heimischen russischsprachigen Volksmärchen, Fabeln und Prosawerken. Tätig war er im bundesweiten sowjetischen Kinderverlag „DetGiz". Als er da in den späten 1940er Jahren seine ersten Tierbilder vorlegte, wurden seine mehreren Verlagskollegen stutzig, da die dort abgebildeten Figuren ihnen selbst zum Verwechseln ähnlich ausschauten. Fast ein Jahr danach wurde über ihn ein Druckverbot verhängt. Sobald dieser aufgehoben worden war, wurde die gesamte von ihm illustrierte Buchauflage im Nu vergriffen.

Alexej Pakhomov (1900-1973) machte sich einen Namen durch seine kindhaften Personenabbildungen. Über viele Jahre hinweg ließ er sich für die Kinderzeitschriften „Zeisig", „Igel" und "Lagerfeuer" engagieren. Kennzeichnend für sein Meisterwerk sind fundiertes Wissen über Kinderalltag, Beobachtungsgabe, ausgefeilte zeichnerische Technik, künstlerische Präzision und Ergriffenheit für die Kinderwelt und deren Ungekünsteltheit und Auffassungskraft.

Nikephoros Raschektajev (1929-1995) war ein prominenter Kunstmaler und Buchgrafiker, der sich seit 1955 explizit bei der Herausgabe der Tolstois Werke für den beliebten mittelrussischen Verlag „Oka" engagieren ließ.

Michael Romadin (1940-2012) war nicht ein namhafter sowjetischer und neurussischer Kunstmaler und Buchgrafiker, der auch weitgehend als Bühnenbildner für Kino- und Theaterkunst tätig war. Dabei hebt sich auch sein familiärer, bzw. seit drei Generationen bestehender, Künstlerbeitrag heraus. Sein Großvater war Anhänger der Primitivmalerei. Sein Vater als Landschaftsmaler war Mitglied der russischen Kunstakademie. Und er selbst wirkte u.a. bei den bedeutenden filmkünstlerischen Vorhaben wie „Der erste Lehrer", „Asjas Glück" und „Ein Adelsnest" von Andrej Konchalovsky und „Solaris" von Andrej Tarkovski mit.

Sergej Harlamov (geb. 1942) als Mitglied des bundesrussischen Künstlerverbandes erfreut sich an einer Ehrenauszeichnung der Stiftung vom heiligen Andreas dem Erstberufenen zur Stärkung der russischen Staatlichkeit. Sehr berühmt sind seine Messerholzschnitt-Abbildungen. Durch seine heiße Liebe für Bücher und russische Literatur ist sein Meisterwerk unverkennbar geprägt.
 
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