Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
  • krokus.jpg
  • kucherskaya.jpg
  • midpond.jpg
  • pond_eng.JPG
  • pond_eng2.jpg
  • veranda.jpg
Persönlichkeiten machen Valeri Plotnikov glücklich


IMG_7623Am 02. März 2018, in unserer großstädtischen Museumsgalerie „Jasnaja Poljana" zu Tula gab der prominente Fotograf Valeri Plotnikov Einstimmung zur Eröffnung seiner Personenausstellung namens „Vl. Vissotski & Co.". Am gleichen Tag nutzten wir die Gelegenheit, um mit dem großen Meister ins Gespräch zu kommen und uns eine Vorstellung von seinen berühmten Models, seinem Urteil im Hinblick auf Digitalfotos, wie auch seinen museumskünstlerischen Präferenzen zu machen.

• Ihr fotografisches Meisterwerk gilt mittlerweile als anerkannte Geschichtsschreibung der vergangenen Sowjetepoche. Welche Repräsentanten aus der zweiten Hälfte des XX. Jh. sollten Ihrer Meinung nach als klare Apologeten hervorgehoben werden ?

Ich denke, es wären Russischlinguist Dimitri Likhatschev, sowie Schriftsteller Daniil Granin. Dabei sind mir doch deren beiden o.a. Berufstitel als Sprachforscher und Prosadichter völlig unwichtig. Die Tatsache ist aber, dass die beiden allein schon von ihrer Natur her große Seelen und so einen edlen Geist besaßen, die heutzutage eher eine Seltenheit darstellen.

• Welche Ihrer Fotoaufnahmen würden Sie als Ihre Allerliebsten angeben ?

So genau kann ich es nicht angeben. Im Großen und Ganzen lege ich auf etwa Dutzen meiner besten Fotos Wert. Und ob sie dazu noch auf besondere Weise von mir geliebt wären, stimmt nicht ganz.

• Kommen so die o.a. Fotos in Ihrer vorliegenden Ausstellung zum Ausdruck ?

Ganz recht. Das sind die Fotoporträts des sowjetischen Filmemachers Grigori Kosinzev, Irina Kassil-Sobinova als Autorin der animierten Marionettenfilme, geschweige denn das Fotobild des großartigsten Schauspielers Herrn Fürsten Leonid Obolenski.

• Welchen kreativen Präferenzen bekunden Sie als hauptberuflicher Fotograf ?

Als solche kann ich keine brauchbaren Grundsätze ersinnen und möchte nur meinen menschenliebenden Bezug bekunden. Es gibt so viele Persönlichkeiten auf der Welt, deren Anmut mir am Herzen liegt, so bin ich äußerst dankbar, dieselben auch möglichst oft festgehalten haben zu dürfen. Zugleich kann ich mich als sehr glücklich schätzen, insofern ich im Laufe meines Lebens sehr oft die Gelegenheit genoß, mit diesen sympathischen Leuten auch persönlichen Kontakt anzuknüpfen. So bin ich überglücklich, da sich unsere Wege kreuzten, und sie mir Acht gaben und dem hohen Pathos zum Trotz bei mir für eine Zeitlang gerne verweilten, um so in der Geschichtsschreibung unseres viel gelittenen Heimatlandes festgehalten zu werden.

• Bei ihrer Berufsausübung pflegen Sie es vorerst deren künstlerischen Eigenwert hervorzuheben. Gibt es denn überhaupt einen weiteren Fotokünstler auf der Welt, der seinerseits noch genügend Talent aufbringt, sprich um selbst Ihr eigenes Erscheinungsbild festhalten zu dürfen ?

Das ist doch gar nicht nötig. Aus meiner Wenigkeit mache ich nichts aus. Mein künstlerisches Interesse liegt doch im Off. Und meine bestgelungenen Ergebnisse auf diesem Wege sprechen für mein Meisterwerk ganz explizit, so stelle ich da keine weiteren Ansprüche.

• Wie bewerten Sie den digitalen Fotografie-Fortschritt ? Und ob Sie denn auch den o.a. Trend für maßgebend halten ?

Überhaupt nicht. Jedoch will ich Sie durch meine Voreingenommenheit nicht irritieren, weiß aber genau, dass die o.a. Vorgehensweise recht chaotisch ist. Auf der anderen Seite ist mir klar, dass man auf diesem flinken Wege schnell spannende Fotos schießen kann, doch im Nachhinein erweist sich das Ganze als oberflächlich, selbst wenn meine Umgebung stets wahnsinnig viele Fotos erbringen, geschweige denn auf dem besagten Selfie-Weg ihr Bestes geben möchte. Ich persönlich beurteile es wie gesagt wie einen wahnwitzigen Zeitvertreib, indem mir meine besessenen Fotografiefreunde wie regelrechte Kanaken vorkommen. Und um es noch klarer auf den Punkt zu bringen, gelangte ich mittlerweile schon als alter Mann zur Überzeugung, mein diesbezüglich begeistertes Milieu als recht beschränkt aufnehmen zu wollen und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, mich dabei seines üblen Geschmacks zu schämen. Doch selbst das ist nicht so wichtig. Ich betrachte mich als Augenzeugen eines bemerkenswerten Zeitalters. Ich genoß die Gesellschaft meiner so erhabenen und beseelten Zeitgenossen, von denen der noch viel frühere Dichter Basil Zhukovski schon behauptet hätte: „Sei die Vergänglichkeit durchs Vermissen nicht beschattet, es sei nur deren Ewigkeit gedankt."

• Können Sie sich als Kunstfreund, bzw. als bewährter Museumsfreund, bezeichnen ?

Ja, Kunstausstellungsbesuche mag ich gern. Als weiterer Beweis dazu wären meine beinahe babyhaften künstlerischen Schulgänge, mein gelungener Kunstinstitutsabschluss und dazu noch meine weitere am bundesrussischen Filmkunstinstitut erbrachte Bildungsleistung als ausgewiesener Kameramann anzugeben. Sehen Sie, zwangsläufig war ich damals schon (um heutzutage doch wiederum als recht oberflächlich bezeichnet zu werden) in der Kunstgeschichte ganz gut bewandert, denn abgesehen vom erforderlichen Studienpensum lag es mir ganz und gar am Herzen, ich liebte Kunstgeschichte und wollte sie so ausleben. Und darüber hinaus durfte ich hautnah die Gesellschaft meiner unmittelbaren Schulkameraden wie die des späteren Dichters Oleg Grigoriev und Kunstmalers und Bildhauers Michael Schemiakin, sowie die des Kunstforschers Juri Russakov genießen. Allein durch ihre Vorbilder entsteht ja meine ganze heutige Lebensfreude. Von mir aus wären noch die St.-Petersburger Eremitage und das Russische Museum, sowie die denkwürdige Joseph-Brodski-Wohnung am Kunstplatz zu benennen, deren einzigartigen Kunstsammlungen mich nach wie vor ergreifen.

• Und wie könnten Sie sich im Hinblick auf Ihre Museumsbegeisterung bezeichnen ? Was fällt Ihnen beim Museumsbesuch vorerst ins Auge ?

Offen gesagt, beim allerersten Anblick der anlaufenden Besucherzuströme überkommt mich Entsetzen. Noch eine Zeitlang her war ich so glücklich, geschweige denn meine gesamte mittlerweile schon wohl anerkannte Lebenserfahrung in Betracht zu ziehen. So weiß ist es immer noch, wie schön leer es damals in Museen war, indem ich sozusagen „unter vier Augen" mit großen Weltkünstlern phantastische Malerei- und Grafikwerke hätte auf mich wirken lassen und unter ganz wenigen Besuchern doch autark blieb.

• Und zum Schluss noch unsere finale Frage. Wen genau von den großen Vergangenheitskünstlern, die nicht gerade Ihre Zeitgenossen wären, möchten Sie nun auf einer Ihrer Fotoaufnahmen gerne festhalten ?

Sollte es nun wirklich darauf ankommen, so möchte ich sehr gern ein Erscheinungsbild des einzigartigsten heimischen Kunstmalers Michael Wrubel aus der Moderne festhalten, wobei auch meine diesbezüglichen Dankesbezeigungen ins Maßlose steigen mögen. Die Weiteren, die ich ebenfalls sehr spannend finde, wären noch Komponist Sergej Rakhmaninov und Poetin Anna Akhmatova. Alle Anderen, die mir einigermaßen wichtig wären, habe ich mittlerweile schon ganz wohl ins Auge gefasst.

Die Fotoausstellung von Valeri Plotnikov läuft bis zum 22. April 2018. Um mehr Ausstellungseröffnungsfotos zu sehen, klicken Sie hier>>>
 
Оценка услуг

Сайты музея:

Instagram


Отзывы о Ясной Поляне на
 tripAdvisor
unesco_Converted
4geo_150x150
mosaic_100x100