Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Alle Leo Tolstois Lieblingsbücher auf einen Blick

bookshelfZu seiner Zeit noch pflegte der altrömische Dichter Plinius der Jüngere, „stets Gefallen am Lesen zu finden, doch dabei sich lieber einer wohlgeordneten Bücherwahl zu bedienen."  So stehen damit die bewährten Leserpräferenzen von Leo Tolstois deutlich im Einklang. Der älteste Dichtersohn Sergius betonte ebenfalls, dass sein Vater „in seiner sagenumwobenen Lesebegeisterung seinesgleichen gesucht hätte". Leo Tolstoi war für sein bemerkenswertes Lesegedächtnis berühmt und erfreute sich an unverkennbarer Begabung, seine zu behandelnde Lektüre auf beste Art und Weise einzuordnen zu wissen, seien es die Werke, die man ganz unter die Lupe nehmen soll, bzw. diejenigen, die nur dazu da wären, um den Lesenden völlig unanspruchsvoll an ihrer Grundintention teilhaben zu lassen.

Das Lesen lag Tolstoi auch insofern am Herzen, weil es zu seiner Horizonterweiterung beitrug und seine sagenumwobene Inspiration förderte, die seiner dichterischen Intention zu Grunde lag und seinen Wissensdrang ankurbelte. In seiner privaten Dichterbibliothek zu Jasnaja Poljana werden immer noch zahlreiche Buchstücke aufbewahrt, die ihn in dichtkünstlerischer und publizistischer Sicht zutiefst beeindruckten. Deren Gesamtanzahl beläuft sich heutzutage auf mehr als 23 Tausend Stück, von denen einige besonders wertvolle noch Tolstois eigenhändige Randbemerkungen aufweisen. Daraus ergibt sich ein unmittelbarer Aufschluss sowohl über Tolstoische Lesepräferenzen als auch über seine bemerkenswerte lesetechnische Vorgehensweise.

Auf diesem Wege fand noch 1891 die Anfrage des Verlegers Michael Lederle an Leo Tolstoi statt, der den Dichter um Ermittlung seiner festen Lesepräferenzen erbat. Dazu verfasste Leo Tolstoi seine berühmte, nachstehend aufgeführte, bzw. als Lederle-Liste benannte, Übersicht, in der ausgerechnet auf die Lesewerke Bezug genommen wird, deren Signifikanz zu verschiedensten Lebzeiten vom Dichter höchstpersönlich herausgehoben wurde. Möchten Sie auch gleich Ihren interessierten Blick darauf werfen, so gilt sie heutzutage immer noch als nicht abgeschlossen, denn nach deren Erbringung hatte Leo Tolstoi noch die ganzen 19 Lebensjahren ungestört genießen dürfen. Aus diesem Grund haben wir uns also als museale Dichtergutmitarbeiter gewagt zugemutet, die o.a. Lederle-Liste auf eigene Faust so zu erweitern, wie es nun in unserer hiermit angekündigten Online-Präsentation (nur in Russisch !) zum Ausdruck kommt. Zu den berühmten, von Tolstoi angegebenen, bzw. in der o.a. Lederle-Übersicht aufgegriffenen, Bewertungen, wie „immens" und „unbeschreiblich", sind dazu noch einige Tatsachen mehr hinzugefügt, die anhand der späteren Tolstois Briefe und Tagebuchnotizen, sowie der überlieferten Rückblicke seines Zeitgenossen ermittelt werden konnten.

Es sei angemerkt, dass wir hiermit nicht nur auf signifikante, bzw. im Tolstois Dichterhaus zu Jasnaja Poljana aufzubewahrende, Buchstücke Bezug nehmen, sondern uns noch von den weiteren bzw. etwas späteren Auflagen entstammenden, Buchstücken Gebrauch machen, um vor diesem vervollständigten Hintergrund komplette Tolstois Lesepräferenzen darzustellen. Als nur ein kleines Beispiel sei dabei Stendhals „Die Kartause von Parma" zu nennen, wobei wir uns lieber mit der Einbanddarstellung eines völlig anderes Stendhals Werkes wie „Promenades dans Rome" zufrieden geben, insofern ausgerechnet die Letztere in unserer musealen Dichterbibliothek zu Jasnaja Poljana vorliegt.

Durch unser hiermit angekündigtes Vorhaben arbeiten wir darauf hinaus, um Ihnen nicht nur einen Einblick in die denkwürdige Tolstois Dichterbibliothek zu ermöglichen, sondern Sie auch zu ermuntern, die herausragenden Meisterwerke der Weltliteratur auf sich wirken zu lassen. Dazu bediente sich einst noch Leo Tolstoi der aussagekräftigen Empfehlung des amerikanischen Philosophen Henry Thoreau, welche er selbst in sein berühmtes, bzw. auf sein allerletztes Lebensjahr datiertes, Annuarium namens „Der Lebensweg" miteinbezogen hatte und die wie folgt lautet: „Macht kein Hehl daraus, ausgerechnet von den weltweit bewährten Lesewerken Gebrauch zu machen, sonst lauft Ihr Gefahr, Euer ganzes Leben über gar keine Richtigen erkannt zu haben."



 
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