Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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„Baum der Armen“ kommt vorm Tolstois Dichterhaus wieder unter

8Am 107. Tolstois Todestag zum 20. November 2017 wurde vor das signifikante Tolstois Dichterhaus zu Jasnaja Poljana eine junge Ulme gesetzt. An der Neupflanzung nahmen Tolstois Museumsdirektorin Ekaterina Tolstoi, der Klassiker-Ururenkel Elias Tolstoi, sowie der Werksleiter von SCA Hygiene Products Russia aus der Stadt Sowjetsk vom Tulaer Umland Artiom Lebedev teil. Um Aktionsfotos zu sehen, klicken Sie hier>>>

Ekaterina Tolstoi bezeichnet ihr Vorhaben wie folgt: „Diesen jungen Baum haben wir heute ausgerechnet an die Stelle gesetzt, wo im Klassiker-Zeitalter noch die majestätische Tolstois Ulme als sog. „Baum der Armen" gestanden hatte. Durch unser naturverbundenes Vorhaben möchten wir also die überlieferte Tolstois Wohlfahrtstradition wieder ins Leben rufen."

Im Auftrag der Körperpflegefabrik SCA Hygiene Products Russia kam also die 10-jährige von einer zum Oka-Naturschutzgebiet befindlichen Baumschule hergebrachte Ulme in Tolstois Jasnaja Poljana wieder unter.

Der Werksleiter Artiom Tarassov von SCA Hygiene Products Russia steht zu seinem Mitwirkungsbeitrag wie folgt: „Hochverehrt möchten wir durch unsere Umweltaktion ein Bewusstsein für nationales russisches Kulturgut fördern."

Der sagenumwobene „Baum der Armen" gehört naturwissenschaftlich gesehen zur Gattung der Bergulmen. Seit den Tolstois Kindheitszeiten war diese Ulme vom klassischen Erscheinungsbild von Jasnaja Poljana nicht wegzudenken und erhob sich seit eh und je vor der Hausterrasse. Ebenda erfreute sich Tolstoi an seinen Gesprächen mit dem Schriftsteller Maxim Gorki und seinem Freund und Kunstmaler Elias Repin. Wie die o.a. Baumbezeichnung schon sagt, stand derselbe als beliebter Treffpunkt auch bei Tolstois bewegenden Gesprächen mit Gnadenbrotempfängern wie Bedürftigen, Behinderten, Pilgern und Dorfbauern, die hier im Morgengrauen schon zusammentrafen, um Tolstois Rat zu holen oder seine Spende zu erhalten. Darüber hinaus wurde da noch eine Glocke angebracht, um eine Zusammenkunft der Familienangehörigen wie der zugereisten Tolstois Besucher bei gemeinsamen Malzeiten anzukündigen. An diese unvergesslichen Augenblicke gedachte später Tolstois zweitältester Sohn Elias wie folgt: „Erscholl so gegen fünf ein Glockenton vom abgebrochenen Ulmenast dem Gutshaus gegenüber, so ließen wir alles fallen, um flugs Hände zu gewaschen und uns zu Tische einzufinden."

Wäre der Baum mit der Zeit jedoch immer sichtbarer in die Weite gegangen, so wirkte er nach wie vor sehr majestätisch und zerflossen, selbst wenn er schon ganz krumm und hohl wurde und seine Glocke mit dem Baumholz fest verwachsen war. Dem Dichtertod nachfolgend, bzw. in den mittleren 1920er Jahren, wurde zwar seine Höhlung zum ersten Male an der nördlichen Seite einzementiert. Jedoch durch seine massive Krone überwältigt neigte er sich immer mehr in Richtung Hausterrasse, sodass hier in den 1928 – 1929 Jahren eine erste Stütze hingesetzt werden musste. 1955 wurde dann auch noch sein größter Zweig abgetrennt, der fast 40 cm im Durchmesser zählte und an dem jedoch im Nachhinein ziemlich genau sein Baumalter ermittelt werden konnte. Zu dem Zeitpunkte wies der alte Tolstois Baum sein fast 120-jähriges Alter auf.

Doch am 20. Juli 1965 beschlossen die Tolstois Museumsmitarbeiter, die einzementierte Baumhöhlung wieder aufzudecken. Zu ihrem Entsetzen stellten sie fest, dass durch einen den Wachstum verhindernden Zementeinsatz, sowie die Flüssigkeit und den Sauerstoffmangel der grundsätzliche Baumbestand durchweg zum morschen Holz entartet geworden war. War somit in den ausklingenden 1960er Jahren der Baumwuchs sichtbarer zurückgegangen, so blieb dann im Frühjahr 1970 seine Laubpracht komplett aus. Somit hätte der Tolstois „Baum der Armen" seinen alten Gutsherrn um nur 60 Jahre überlebt.

„Die ausdrucksvollen Tolstois „Kindheitserinnerungen" vermitteln uns die unverkennbare Eigenart dieses denkwürdigen Baums. Und durch unsere Recherchen will nun die neu gesetzte Ulme haargenau mit den Tolstoischen Vorgaben korrespondieren. Der frisch angepflanzte Baum hat die gleiche doppelt verzweigte Krone, und seine Äste blicken ebenfalls in Richtung Tolstoischer Hausterrasse. Trotz aktuellen umweltbezogenen Bedenken setzten wir unsere ganz große Hoffnung darauf, dass dieser Jüngling hier feste Wurzeln schlägt und sich an seinem braven Anblick unsere zahlreichen Besucher erfreuen lässt," so Frau Ekaterina Tolstoi.
 
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