Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Internationales Ausstellungsvorhaben „Rilke und Russland“


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Am 3. Mai 2017 im Marbacher Literaturmuseum der Moderne wurde ein grenzüberschreitendes Ausstellungsvorhaben „Rilke und Russland" eingeweiht, das, wie sein Name schon aussagt, einem der renommiertesten Dichter des vergangenen Jahrhunderts Rainer Maria Rilke gewidmet ist und durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Staatliche Literaturmuseum der Russischen Föderation in Moskau, sowie das Schweizerische Literaturarchiv in Bern (SLA) und das Strauhof Museum Zürich angeregt wurde. Unser Staatliches Tolstois Gut ist dabei auch durch seine diesbezügliche Überlassung von einer historischen Rilke-Ausgabe aus der konservierten Tolstois Bibliothek zu Jasnaja Poljana beteiligt.

berezyRainer Maria Rilkes (1875 – 1926) Russlandbegegnungen heben sich als bedeutender Einschnitt in der internationalen Literaturgeschichte heraus. Hat der Dichter in Begleitung seiner deutsch-russischen Freundin Lou Andreas-Salome seine beiden Russlandreisen von 1899 und 1900 absolviert, so standen sie auch für seine dichterische Offenbarung, zu der er sich wie folgt bekannte: „Ich erlebe dabei hautnah das Werk Gottes". Der österreichische Lyriker entdeckte in Russland seine geistige Heimat. Ausgerechnet in Russland gewann Rilke eine klare Einsicht in seine dichterische Vorbestimmung. In seinem Brief an Boris Pasternak vom 05. Februar 1900 teilte er seinem russischen Künstlerfreund wie folgt mit: „Wie ich Ihnen schon vorausgehend angedeutet habe, hatte sich meine dabei gewonnene Erfahrung viel weitgehender als nur ein simples Reiseerlebnis ergeben. Seit dem Augustmonat des vergangenen Jahres bin ich ausgesprochen meinen Studien zu Ihrer Heimat zugewandt, indem ich russische Kunst, Geschichte und Kultur und explizit ja Ihre feine und unwiderstehliche Muttersprache erforsche, in der ich mich leider noch nicht verständigen, dennoch fast ungehindert Ihre große Dichterklassiker genießen kann. Jedoch verstehe ich mittlerweile fast alles, was mir gesagt wird. Ihre Klassiker sind umwerfend. Was für unbeschreibliches Vergnügen ist es, Lermontovs Verse und Tolstois Prosadichtung in Original zu lesen !"

In der Marbacher Ausstellung sind etwa 280 Museumsstücke und 100 Kunstfotos zu besichtigen, seien es Tagebücher und Briefe, Urkunden und Gemälde. Darunter heben sich auch authentische Exempel wie Ikonen aus Rilkes Besitz, Rilke-Porträts von Leonid Pasternak und sein einzigartiger Briefwechsel mit Boris Pasternak, Leo Tolstoi, Alexandre Benois, Marina Zvetaeva und Spyridon Drozzhin, sowie Rilkes russische Buchstücke und Manuskripte seiner Russlandmotiv aufgreifenden Verse und Übersetzungen.

vitrinyÜber die in den o.a. dichtkünstlerischen Kultureinrichtungen von Moskau, Marbach und Bern bewahrten Raritäten hinaus, ist ein noch weiterer authentischer, bzw. dem Rilkes Familienarchiv zu Gernsbach und der Privatsammlung von Lou Andreas-Salome zu Göttingen, sowie den zahlreichen russischen Museen wie der Tretjakow-Galerie und dem Moskauer Leo Tolstois Dichterhaus, der Puschkin-Gemäldegalerie, dem Maxim-Gorki-Schreibkunstinstitut zu Moskau und der Moskauer Lomonossov- und St.-Petersburger Universitäten entstammender Dichterbesitz ins Augenschein zu nehmen.

Von unserer heimischen musealen Seite zu Jasnaja Poljana her wurde den deutschsprachigen Ausstellern ein authentische Ausgabe von „Zwei Prager Geschichten" (1899, Stuttgart) als eigenem Erzählwerk Rilkes überlassen, samt seinem ebenda beigefügten, bzw. direkt zum Abschluss seiner Russlandreise entstandenen Dankesbriefes vom 08. greg. September 1899 an Leo Tolstoi. In seinem deutschsprachigen Brieftext bedankt er sich beim russischen Klassiker für dessen herzlichen Empfang in Jasnaja Poljana und drückt seinen tiefgreifenden dabei entstandenen Eindruck aus. Ausgerechnet von diesem denkwürdigen Motiv der Tolstoi-Begegnung Rilkes wird auch das gesamte Konzept der Marbacher Ausstellung geprägt. Tolstois Leitbild stand für Rilkes „Eingangstor zu Russland" und hob sich als Inbegriff russischer Sittlichkeit heraus. Dachten Lou Andreas-Salome und Rainer Maria Rilke im Nachhinein an ihre beiden Tolstois Begegnungen öfters zurück, so benannten sie den Dichter aus Jasnaja Poljana kaum anders als „ewigen Russen". 

museumEin weiteres Motiv der Marbacher Ausstellung ist der Rezeption des Rilke-Werkes in Russland und in der ehemaligen Sowjetunion geweiht. Dazu stehen gerade erst auf einer Rilke-Retrospektivreise durch Russland entstandene Fotoaufnahmen von Barbara Klemm und Mirko Krizanovic. Und ein Film von Anastasia Alexandrowa und ein literarischer Essay von Ilma Rakusa übermitteln ebenfalls das künstlerischen Russlandbild Rilkes.

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Unser gemeinsames Vorhaben wird gefördert vom russischen Kultusministerium, dem deutschen Auswärtigen Amt und der Kulturstiftung des Bundes, sowie den Wirtschaftsunternehmen Bosch, Mangold Consulting und Trumpf. Um das künstlerische Projektmanagement macht sich Dr. Thomas Schmidt vom Deutschen Literaturarchiv Marbach und Leiter des Museumsverbandes Baden-Württemberg verdient. Und die künstlerische Ausstellungsgestaltung und Design wurde vom Berliner HG Merz Architektenbüro gemeistert.

In Marbach verweilt sich die Rilke-Ausstellung bis zum 06. August 2017, ist dann vom 15. September bis zum 10. Dezember 2017 in den schweizerischen Städten Bern und Zürich zu besichtigen und kommt dann ab Februar 2018 auch noch in der Moskauer Ausstellungsanlage „Neue Reitschule" unter. Die Ausstellungsveranstalter betonen die weltweite Signifikanz ihres Vorhabens und heben explizit seinen höheren Wert bei Pflege und Ausbau der Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Russland heraus.

 
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