Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Frühlingsfreude 2017

5Ein rascher Frühlingseinbruch auf dieses Jahr bewirkte intensive Schmelze schon sehr früh im März, sodass die schneelosen Waldstellen sofort von ersten Frühlingsblumen eingenommen wurden. Zum Auftakt waren es nur wenige, die zaghaft darauf warteten, bis sie von allen weiteren schüchternen Pflanzenartgenossen eingeholt werden. Um Fotos zu sehen, klicken Sie hier>>>

Nach einem warmen sonnigen März stellte sich der nachfolgende April-Monat als ziemlich kühl heraus, selbst wenn kein heftiger Frost mehr zu befürchten war. Blieb auch der Nachtfrost aus, bzw. ergaben sich noch mehr Sonnenschein und verlängerte Lichtzeiten, so trug dies zum weitgehenden Naturerwachen bei. Das alte Laub wurde merklich durch saftige Grassprösse durchbrochen und mit zahlreichen Frühlingsblüten übersät.

Die Frühlingsblumen sind bemerkenswerte Gewächse, die bereits zu dem Zeitpunkt gedeihen, wenn sie umgebende Bäume noch unbelaubt sind und somit fast jeden Sonnenstrahl ungestört bis zum winterkalten Boden durchdringen lassen. So wird ihre Blütezeit kurz auf die Schneeschmelze daraufkommend trotz anhaltender Frühlingsfrische schnell erreicht.

Zur Zeit blühen in unserem Tolstois Naturschutzgebiet etwa dutzend Frühjahrsblumen, von denen der Sibirische Blaustern am beliebtesten ist, welcher im Volksmunde auch als Schneeglöckchen benannt wird. Diese zarte hellblaue Blume hebt sich als völlig einzigartige Naturerscheinung heraus und steht auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzenarten der Region Tula. Bemerkenswert ist auch ihre Entstehungsgeschichte vor noch 150 Jahren auf dem Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana.

Als frisch vermählte Dichterfrau im Jahre 1862 hat Sophia Tolstois zur Einstimmung auf ihr darauffolgendes Eheleben zahlreiche Blumenrabatten im Vorhof ihres Wohnhauses angelegt. Seitdem ging das Vorkommensareal dieser Blume weitgehend über die Grenze dieses kleinen Vorplatzes hinaus. Ist heutzutage die ganze Vorderseite des Tolstoischen Dichterhauses mit Sibirischen Blausternblüten wie feinem Teppich übersät, so lassen sich auch andere nicht weniger bemerkenswerte Blumen weitgehend im gesamten Areal des heutigen musealen Naturschutzgebiets anblicken.

Als Erstes, was einem Naturfreund von Jasnaja Poljana auffällt, ist eine große Anzahl von Windröschen. Erfreut man sich da an seinen beiden Arten, hebt sich ausgerechnet das Buschwindröschen auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzenarten der Region Tula heraus.

Ihr wird durch eine noch weitere Frühlingsblüte wie Leberblümchen Folge geleistet, die ihre Gattungsbezeichnung durch eine dem gewissen menschlichen Organ ähnelnde Erscheinungsform gewinnt.

Kommt man auf die menschlichen Körperteile zu reden, so sind dabei auch Lungenkraut und an den dunkelsten und feuchtesten Stellen unseres Naturschutzgebietswaldes vorkommende Haselwurz zu vermerken.

Nebenan gedeiht des Öfteren auch ein Scharbockskraut, das trotz seiner im Russischen oft zu verwechselnden Bezeichnungslautung jedoch eindeutig von der Haselwurz zu unterscheiden ist. Kommt man einmal darauf an, sie klar zu erkennen, so würde man es auch niemals verwechseln. Für Scharbockskraut stehen grelle gelb-, bzw. lilienfarbene, Blüten, wobei für Haselwurz ja unansehnliche, leicht bauschige, graubraune außen und weinrote innen kennzeichnend sind.

Mögen die allerersten Frühlingsblumen gelb und dunkelblau, weinrot oder schneeweiß sein, erfreut man sich immer an ihrem Anblick, sodass man sie auch gerne zu einem Strauß zusammengefügt auf Dauer behalten möchte. Aber Achtung ! Tun Sie es auf keinen Fall ! So attraktiv auch diese feinen Blumen erscheinen mögen, um so spröder und feuchtigkeitsbedürftiger sind sie in Wirklichkeit, sodass sie sich in einer knappen Halbstunde in schlaffe Graufetzen verwandeln, die kaum noch jemandem Freude bereiten und dadurch auch die gesamte Biodiversität beeinträchtigen.
 
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