Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Государственный мемориальный и природный заповедник «Музей-усадьба Л.Н. Толстого «Ясная Поляна»
Sergius Saltanov (1870-1917) ist berühmt durch seine Malerei- und Grafikwerke. Leider liegen uns nur ganz knappe Angaben über sein Leben und Werk vor, die wir nun im nachstehenden Bericht ermitteln möchten. Zunächst absolvierte er einen Studiengang an der Moskauer Universität und bildete sich dann an der Pariser Julien-Kunstakademie weiter, wo er Tolstois Tochter Tatiana kennenlernte, um sie in Jasnaja Poljana oft besuchen zu kommen. Ausgerechnet durch seine Tolstoi-Guts Inspiration entstanden die meisten seiner Werke, seien es berühmte romantische, impressionistisch beeinflusste Ansichten von Jasnaja Poljana, bzw. die ausdrucksvollen Bildnisse dessen Dorfanwohner. Im Jahr 1912 verweilte sich Sergius Saltanov u.a. auf einem weiteren Tolstoi-Gut, das zum Dorf Nikolskoje-Viasemskoje lag und dem ältesten Dichtersohn Sergius gehörte. Das o.a. Gut tat sich als Tolstois Vaterssitz hervor. Auf den dazugehörigen Skizzen ist noch dessen altertümliche Dorfkirche zu sehen, die dann im Laufe der Oktoberrevolution aus der Welt ging. Ebenfalls liegen uns seine schönen Zeichnungen aus einem weiteren Tolstois Familiengut zu Dubrovka, zur Region Kaluga, das dem zweitältesten Dichtersohn Elias gehörte. Auch auf anderen russischen Künstlerorten war der Maler aktiv. Auf diese Weise verewigte er Fiodor Schaliapins Landgut. Im denselben Jahr 1913 wirkte er am Künstlerort von Isaak Levitan zu Plios, bzw. im Neu-Jerusalems Kloster an der Wolga.

Im Frühjahr 1914 reiste Sergius Saltanov nach Frankreich, um für immer im Ausland zu bleiben. Nach dem Ersten Weltkriegsausbruch bekleidete er eine Verwaltungsposition am Bellevue-Spital zu Cannes, wurde dann nach Thessaloniki in Griechenland versetzt, um dort im Jahr 1917 an den Nachfolgen eines Flecktyphus abzuleben.

Sein Meisterwerk aus dem frühen 20. Jahrhundert war in Moskau sehr gefragt und wurde in den Jahren 1908 und 1913 durch zwei persönliche Kunstausstellungen zelebriert. Ebenfalls kamen seine Landschaftsbilder in einer Tolstoi-Gedenkenausstellung aus dem Jahr 1911 zum Ausdruck.

Heutzutage werden seine Kunstwerke im Staatlichen Tolstoi-Haus zu Moskau, bei uns in Jasnaja Poljana, sowie am Isaak Levitans Wohnort zu Plios an der Wolga bewahrt, bzw. tauchen sie in den privaten Kunstsammlungen weltweit auf.

Auf seinen Landschaftsbildern sieht man den impressionistischen Einfluss ganz deutlich. Ausgerechnet in Paris eignete er sich seinen unverkennbaren Malereistil an, der durch Sänfte und verschwommene Farbgebung als leicht verschleiert erscheint. Dazu äußerte sich der Maler wie folgt: „Auf diese Weise erlebe ich eine echte Naturfarbgebung, in der keine ausgeprägten Farben wie Weiß, Grün und Rot bestehen. Davon wird man durch eine unsichtbare Lufthülle getrennt, die alles wie ein Schleier sanft umgibt. Ein unempfindlicher Beobachter merkt es kaum, ein Künstler kann es jedoch nicht übersehen."

Reiste er oft nach Jasnaja Poljana, pflegte er lieber an den nebligen Tagen in der freien Natur zu malen, die seitdem „Saltanovs Wetter" genannt werden, weil dabei die sanfte Anmut Tolstoischen Gutes explizit zum Ausdruck kommt.

Saltanov gilt als Farbinterpret von romantischen Ansichten, gibt echte Poesie und Ruhe wieder und ist in Jasnaja Poljana sehr beliebt. Tolstois Berufssekretär Valentin Bulgakov ließ dazu seine signifikante Äußerung zurück: „Mögen die Kunstkritiker mir dabei kein Recht geben, hängen die Familienangehörigen und Stammbesucher von Jasnaja Poljana an ihrem geliebten Künstlerwerk von Sergius Saltanov sehr. Mag ich somit gegen etablierten Geschmack verstoßen, doch stelle ich diesen äußerst begabten und einzigartigen Maler ganz bewusst in den Mittelpunkt und bezeichne ihn unbedenklich als unseren heimischen Impressionisten."

Über ihren ausgesprochenen künstlerischen Wert hinaus weisen Saltanovs Werke eine unverkennbare geschichtshistorische Signifikanz auf- im Hinblick auf die Authentizitätspflege zum Tolstoi-Gut. Es ist zu betonen, dass Saltanov ausgerechnet das Jasnaja Poljana aus Tolstois Lebensabend festhielt und dessen authentische Dichterperspektive zum Ausdruck zu bringen verstand. Seitdem sind mehrere Jahrzehnte verstrichen, in denen sich auch die ursprünglichen Jasnaja Poljanaer Ansichten gewandelt haben. Durch Saltanovs Meisterwerk kommen sie langsam wieder ans Tageslicht.
Sergius Saltanov
Winterblick aufs Tolstoi-Haus. Skizze
1912. Jasnaja Poljana
Leinwand auf Pappe, Ölfarben. 23,0х15,0.
Unten links stehen eine Künstlersignatur und Datum: „S.Saltanoff / 1912"

Ж-184

Wurde im Jahr 1958 als Kunstschenkung aus dem Privatarchiv der Tolstoi-Enkelin Sophia Tolstoi-Essenin übernommen
Vorher stand in Besitz der Malerin Julia Igumnova
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