Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Государственный мемориальный и природный заповедник «Музей-усадьба Л.Н. Толстого «Ясная Поляна»
Der Maler und Ausstellungswanderer Nikolai (Basilievitsch) Orlov (1863 – 1924) stammt aus dem Gebiet Tula. Seine Bilder haben einen großen künstlerischen wie musealen Wert und sind die Perle der Sammlung zu Jasnaja Poljana. Er machte einen Abschluss an der Moskauer Fachhochschule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst (1882 – 1893). Seine Professoren waren Vladimir (Egorovitsch) Makovski und Illarion (Mikhailovitsch) Prjanischnikov. Auf seinen Genrebildern stellte er das schwere Leben russischer Bauern dar. Für sein Bild „Die Sterbende" bekam er eine große Silbermedaille als Künstlerauszeichnung.

Seine Themen waren auch Leo Tolstoi willkommen. Ihre persönliche Begegnung fand im Jahr 1884 an der 22. Wanderausstellung in St.-Petersburg statt. Im Jahr 1904 kam Nikolai Orlov nach Jasnaja Poljana. Hier arbeitete er an seinem Bild „Jüngste Vergangenheit" („Prügelstrafe"). Sein Werk wurde von Leo Tolstoi beobachtet. Ihre künstlerische Annäherung erfolge insbesondere in den Jahren 1908 – 1910, wobei der Maler sehr oft Jasnaja Poljana besuchte.

In der privaten Leo Tolstoi-Bibliothek taucht das Bildband von Nikolai Orlov „Russische Bauern" auf, das 1909 in St.-Petersburg verlegt wurde. Das Bildband hatte das Vorwort von Leo Tolstoi, der dabei geschrieben hatte: „Schöne Sache ist, ein Bildband von Nikolai Orlov zu verlegen: er ist mein Lieblingsmaler, weil seine Betrachtungsweise mir am Herzen liegt. Sein Objekt ist das wahre russische Bauernvolk."

Dass sich Leo Tolstoi für Nikolai Orlovs Werk sehr interessierte, bekräftigt auch die Einrichtung seines Hauses. Hier hängen sieben Abbildungen von Nikolai Orlov: „Nach dem Feierabend", „Um Gottes Willen", „Umsiedlerabschied", „Nach dem Dienst", „Die Sterbende", „Schankstätte", „Monopol". Die Familienangehörigen liefern uns eine markante Tolstoi-Äußerung über Nikolai Orlov: „Jedesmal am Vorbeigehen, bleibe ich an seinen Bildern stehen. Was für Talent ! Er ist sehr begabt und feinfühlig."
Seine außerordentliche Sensibilität erwarb der Künstler durch Lebenserfahrung. In den 1900er Jahren malte er viel in den zentralrussischen Gebieten: in Oröl, Tula, Rjasan und Kaluga. Seine Inspiration galt dem russischen Dorf.
Sein Nachlass erlitt ein tragisches Schicksal. Nur die wenigen seiner Bilder sind in der Tretjakow-Galerie, im Historischen Museum, in der Revolutionsmuseum zu Moskau, sowie im Heimatmuseum zu Lipezk und im Kunstmuseum zu Tula zu besichtigen. Ein Teil davon befindet sich im Besitz seiner Familie. Der Rest ging unwiederbringlich verloren.
Die internen Museumsbestände zu Jasnaja Poljana präsentieren nun drei seine Bilder: „Umsiedlerabschied" (1896), „Heimkehr aus dem Krieg" (1905-1908), sowie „Bildnis von Leo Tolstoi" (1908-1912), was eine Nachahmung vom berühmten Ilias Repin-Originalbild aus dem Jahr 1887 ist.

Nikolai B. Orlov. Umsiedlerabschied.
1896. Russland, Gebiet Kaluga, Dorf Kuleschovo.
Leinwand, Öl. 132,0х171,0

Im Winkel unten rechts stehen die Unterschrift sowie das Datum: „N. Orlov. 1896."

Ж-53

Dem Bildsujet zu Grunde liegt ein tragisches Ereignis aus dem späten 19. Jahrhundert: die Umsiedlung der notleidenden Bauern in die Grenzregionen Russlands. Die Nachbarn verabschieden sich von einer Umsiedlerfamilie, die von ihrer Not in die Fremde getrieben wird. Mitleid hat man dabei nicht nur mit den Umsiedlern selbst, sondern auch mit ihren zurückgebliebenen Landsleuten, denn deren Zukunft scheint auch kaum erfreulicher zu sein. Das Bild hat für seine private Sammlung der „Drei Berge"-Webereibesitzer S. I. Prochorov erworben. Im Jahre 1956 erfolgte von der „Drei Berge"-Weberei ein Bildumtausch mit dem Museum zu Jasnaja Poljana. Der Umtausch wurde vom Nikolai Orlovs Schwiegersohn S. I. Sofronov vermittelt.

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