Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Государственный мемориальный и природный заповедник «Музей-усадьба Л.Н. Толстого «Ясная Поляна»
Zu der im Museum zu Jasnaja Poljana aufbewahrten Grafik gehören bewundernswerte Kino- und Theaterkostümentwürfe zu den Tolstoi-Inszenierungen von Nelly Fomina.

Das Bühnenbild, seien es Dekorationen und Darstellerkostüme, hängt explizit mit der Darstellungsintention zusammen. Neben dem Regisseur und Ausstattungsleiter wirkt auch der Kostümbildner mit dabei.

Als Berufsikone des berühmten Fernsehstudios „Mosfilm" gilt verdiente russische Bundeskünstlerin und Kostümbildnerin Nelly Fomina. Geboren in der Uralstadt Perm, wurde sie ebenda zur Malerin ausgebildet. Ihren Hochschulabschluss absolvierte sie im Jahr 1959 an der Moskauer Textilfachhochschule, um sich dann am Modehaus zu ihrer Heimatstadt Perm weiter zu engagieren. Von der Filmkunst wurde sie aber erst in den späten 1960ern in Anspruch genommen. Ihr Debüt absolvierte als Ausstattungsleiterin für die berühmte Puschkin-Verfilmung von Alexander Ptuschko „Märchen vom Zaren Saltan". Somit seit 1971 kommen ihr Leben und Werk mit dem berühmten Fernsehstudio „Mosfilm" in Berührung, die nun über mehr als drei Jahrzehnte hinweg intakt bleibt.

Zu ihrem Künstlerwerk gehören die Kostüme zu mehr als 40 russischen und westeuropäischen Kino- und Fernsehfilmen. Die berufliche Langlebigkeit von Nelly Fomina bescherte ihr eine genauso faszinierende Kommunikation mit den berühmten russischen Filmregisseuren, seien es Alexander Ptuschko, Michael Kalatosov, Sergej Bondartschuk, Eldar Riasanov, Nikita Michalkov, Andron Kontschalovski und Andrej Tarkovski. Beim Letzteren war sie besonders intensiv eingebunden, wobei sie bei der Produktion seiner nun weltberühmt gewordenen Klassiker wie „Solaris", „Spiegel" und „Stalker" mitwirkte.

Im Jahr 1986 trat sie mit Michael Schweizer zusammen, wobei sie die Darstellerkostüme zu seiner Verfilmung der Tolstois „Kreutzersonate" kreierte. Die Künstlerin stand ebenfalls im Dienst der großen russischen Balletttänzerin Maya Plisezka. Für deren Ballettauftritt als Anna Karenina (in Regie von Margareta Pilikhina aus dem Jahr 1974) erschuf sie eine Kostümreihe. Ebenfalls wirkte sie bei derem Engagement in „Die Möwe" als Tschekhovs Vertonung von Rodion Schedrin und in Gustav Mahlers „Rosentod" mit.

Das Geheimnis der künstlerischen Langlebigkeit von Nelly Fomina steckt nicht nur in deren ausgeprägter Kreativität, sonder auch in einer akribischen Befolgung der Regisseurintention.

Ihre Werke werden im bundesrussischen Bakhruschi-Theaterkunstmuseum, im Filmkunstmuseum und in der Tretiakov-Galerie zu Moskau bewahrt. Im „Allgemeinen Kunstlexikon" wird ihr Werk als „apart, präzise und eindrucksvoll" bezeichnet.

Mit dem Tolstoi-Werk kam die Künstlerin zweimal in Berührung, bzw. in den 1970er und in den 1980er Jahren. So erschuf sie im Jahr 1974 eine Kostümreihe für den Margareta Pilikhina-Balettfilm „Anna Karenina", dem die Rodion Schedrin-Vertonung zu Grunde lag und welchem eine nicht weniger berühmte Bolschoi-Aufführung aus dem Jahr 1972 vorausgegangen war, sprich für Maya Plisezka als Anna und Alexander Godunov als Vronski.

12 Jahre später (1987) fertigte sie ebenfalls die Kostüme zur „Kreuzersonate", in Regie von Michael Schweizer, an. Der letztere Beitrag rief ein Aufsehen zu dem genauso spektakulären russischen Umbruchszeitalter hervor, und wurde im Jahr 1989 mit dem Gebrüder Basiliev-Staatspreis ausgezeichnet.

In unseren internen Museumsbeständen werden 32 Skizzen von Nelly Fomina bewahrt, die in den Jahren 1996 und 2012 direkt bei der Künstlerin erworben worden sind. Das sind drei Entwürfe zum Ballett „Anna Karenina", sowie 29 Skizzen zur Verfilmung der „Kreuzersonate". Die meisten Grafitstiftzeichnungen wurden auf dem getönten Papier ausgeführt. Wir verfügen ebenfalls über ihre Aquarelle und Temperamalerei.

Unglücklicherweise kam die Kostümausstattung für die „Kreuzersonate" fast durchwegs durch die Filmproduktionsstrapazen, bzw. bei der Näherei, abhanden. Ohnedies ermöglichen uns die restlichen Vorbereitungsskizzen und abgeschlossenen Kunstwerke den unverkennbaren Einblick in die Intention der Meisterin.
Herr Pozdnischev. Kostümentwurf zum Spielfilm von Michail Schweizer „Kreuzersonate". 1986
Skizzenpapier, Aquarellfarben. 29,4х19,6
Erworben in Moskau, direkt bei der Künstlerin

ГР-2264
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