Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Государственный мемориальный и природный заповедник «Музей-усадьба Л.Н. Толстого «Ясная Поляна»
Die berühmten Volksgeschichten von Leo Tolstoi entstanden in den 1880er Jahren. In seinem Brief an den Autor Theodor Tischenko vom Jahr 1886 bringt Tolstoi deren Sinngehalt wie folgt zum Ausdruck: „Durch mein neuestes Vorhaben möchte ich das Wort Christi hervorheben. Ich suche nur noch nach einer passenden Ausdrucksform, durch die sich ein Greis, eine Frau und ein Kind angesprochen, bzw. verklärt und erhoben, fühlen." In seinen Geschichten greift Tolstoi die altrussische Volksüberlieferung auf, bzw. bedient sich deren grundlegender Gattungen wie Sage, Legende, Märchen und Gleichnis. Wie vor hundert Jahren werden davon nicht nur die einheimischen, sondern auch die ausländischen Leser angetan. Der französische Dichter Romain Rolland stand dazu wie folgt: „Tolstoische Volksgeschichten sind einzigartig und brillant, weil sie beim Leser als völlig unverbildet ankommen. Von einer Fiktion gibt es da keine Spur. Über eine unverkennbare Evangeliumsbotschaft hinaus, kommen dabei die weiteren signifikanten Motive wie brüderliche Menschenliebe, verhaltene Volksironie und jahrhundertealte Weisheit zu Wort."

Die o.a. Volksausgaben von Tolstoi werden als eigenständige Kollektion innerhalb unserer offenen Büchersammlung bewahrt
Leo Tolstoi

Wovon die Menschen leben. Eine Kurzgeschichte von Herrn Grafen Leo Tolstoi / Mit Abbildungen von Vladimir Sherwood als „Kunstfreund aus Abramzevo." - [Moskau], 1882 (Moskau: Druckerei des Lesekreises für brauchbare Bücher). - 29, [3] Seiten, [3] Seiten mit Abbildungen; 20,7х15,7 (Lesekreis für brauchbare Bücher; Heft # 332). Im Verlagseinband

Papier, Kunstleder, Leder, Druck, Prägung

КП-1646/165

„Wovon die Menschen leben" tut sich als einleitende Kurzgeschichte zur berühmten Volksanthologie Tolstois hervor, welcher eine vom Märchenerzähler Basil Schegolenok überlieferte Legende zu Grunde liegt. Basil Schegolenok (1805 – † nach 1886) war ein Bauer aus dem nordrussischen Gebiet Olonez. Die von ihm an Tolstoi übermittelten Volksmärchen und Heldengedichte tauchen ebenfalls in den Studien renommierter Forschungsreisenden wie Paul Ribnikov und M. Guriev auf. Feststeht eine persönliche Begegnung der beiden Dichter aus dem Frühjahr 1879 zu Moskau. Daraufhin wurde Basil Schegolenok nach Jasnaja Poljana eingeladen und blieb dann hier über die ganze Sommerzeit hinweg. Tolstoi wusste ebenfalls aus diesem Gastaufenthalt Nutzen zu ziehen und die mitgeteilten Erzählberichte zu Papier zu bringen

Die Kurzgeschichte „Wovon die Menschen leben" von Tolstoi entstand im Auftrag des Bildungsmagazins „Kinderruhe" und wurde im dessen Heft # 12 vom Jahr 1881 veröffentlicht. In unserer musealen Sammlung wird deren allererste Einzelausgabe vom Jahr 1882 bewahrt, die vom Moskauer „Lesekreis für brauchbare Bücher" herausgegeben wurde. Der o.a. Lesekreis entstand im Jahr 1861 in Moskau und war dem Engagement der Frau Alexandra Strekalova (1821 – 1904) als Wohltätigkeitsstifterin aus dem Fürstengeschlecht Kassatkin-Rostovski zu verdanken. Der o.a. Lesekreis förderte diverse Bildungsvorhaben, bzw. ging er der Herausgabe von Volks- und Kinderbüchern nach.

Die erste Einzelausgabe der o.a. Tolstoi-Geschichte erschien mit einzigartigen Abbildungen von Vladimir Sherwood (1832 – 1897), der sich als Maler, Bildhauer, Architekt und Mitglied des sogenannten Kunstfreundeskreises aus Abramzevo, sowie das der kaiserlichen russischen Kunstakademie, hervortut. Vladimir Sherwood wurde in den 1860er Jahren von Charles Dickens nach London engagiert, um dort dessen Familienangehörigen zu porträtieren. Über Porträts- und Landschaftsbilder hinaus machte er sich einen Namen durch seine Bibelabbildungen und reizende Buchillustrationen
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