Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Государственный мемориальный и природный заповедник «Музей-усадьба Л.Н. Толстого «Ясная Поляна»
Auf das Jahr 1889 ist die nachstehende Dichternotiz zurückzuführen, die während der Tolstoischen Schaffenszeit im signifikanten „Büro im Gewölbe" entstanden ist, im Essay „Über Wissenschaft und Kunst" thematisiert wird und die authentische Dichterbüroeinrichtung wie folgt zum Ausdruck bringt: „Ich sitze in meinem Büro und dichte. In der Hand habe ich eine stählerne Feder, darunter einen Papierbogen. Ich sitze an meinem Schreibtisch und schreibe mit Tinte. Mein Schreibtischdeckel ist mit einem Tuch bespannt. Auf dem Tisch stehen Bücher und eine in eine Adlerform gebrachte Papierpresse. Feder, Papier, Tinte und tucherner Belag meines Schreibtisches heben ausdrücklich den Inbegriff eines erlangten Wissens hervor." Mehrere Jahrzehnte später greifen wir auf die o.a. Tolstoische Sentenz zurück, um seinen dichterischen Schreibvorgang authentisch wirken zu lassen.

Sehr ausdrucksvoll erscheinen da die auf dem Tolstoischen Schreibtisch, bzw. im grünen Zarenkrönungsbecher, im stählernen Federhalter, sowie tief in den Schreitischfächern und weiter noch im gesamten Büroraum untergebrachten Schreibutensilien. Es ist tatsächlich feststellbar, dass sich bis an seine signifikante Flucht von Jasnaja Poljana Leo Tolstoi deren ständig bediente. Die meisten davon sind teure Exportartikel des amerikanischen Kanzleiwarenherstellers „Mabie, Todd & Bard".

Nicht weniger aussagekräftig wirken die Schreibutensilien, die sich in den weiteren Räumlichkeiten des konservierten Tolstoischen Dichterhauses zu Jasnaja Poljana befinden. Besonders auffällig ist eine in Sophias Tolstoi Schlafzimmer bewahrte Tintentankvorrichtung, deren Beschreibung in einem der letzten Dichterbriefe an Tolstois jüngste Tochter Alexandra vom 28. Oktober 1910 wie folgt auftaucht: „Bringe mir bitte mit oder schicke mir jene feine Tintentankvorrichtung zu, für die ich mir die Tinte bereits besorgt habe." Die Vorrichtung, genauso wie der Kolbenfüller selbst, sind Erzeugnisse der amerikanischen Firma namens „Mabie, Todd & Bard".

Dieser Kanzleiwarenwarenhersteller entstand im Jahre 1873 in den USA und trug zunächst die Bezeichnung: „Mabie, Todd & Bard of New York, USA". Betrieb er seine Produktion grundsätzlich in den USA, so wurde im Jahre 1884 seine weitere Niederlassung in Großbritannien gegründet, die sich in der Folge von ihrem Grundunternehmen verselbstständigte. Im Jahre 1890 regte die o. a. britische Filiale die Herstellung mehrerer Modifikationen der Schreibfedermarke namens „Swan". Die sogenannten „Swan" – Federn waren so beliebt, dass sie im Volksmunde die Bezeichnung: „Schreibfedern des britischen Königreiches" erlangten. Jedes Modell wurde durch seine eigene, bzw. in den Federkörper eingravierte, Produktionsnummer hervorgehoben. Sein auffälliges Firmenzeichen war durch den eingravierten weißen Schwan sofort erkennbar. Die „Swan" – Werbung taucht in einer zur Tolstoischen Bibliothek bewahrten Zeitschriftenauflage auf und bekräftigt somit die allgemeine Beliebtheit dieser Exportware für Russland.

Der Verpackungsschachtel und der darin aufbewahrten Tintentankvorrichtung ist eine noch weitere Dauerfeder namens „UNIVERSAL" beigefügt, deren Herkunft ebenfalls durch eine dazugehörige Inschrift zu ermitteln ist. Man weiß definitiv, dass sich der Dichter auf seiner eklatanten letzten Flucht von Jasnaja Poljana, bzw. in der Nacht auf den 28. Oktober 1910, ausgerechnet so einer Schreibfeder bediente. Wer weiß, ob es nicht die vorliegende „Universal" war.
Zarenkrnönungsbecher
1896. Russland. Porzellanfabrik von Matthäus Kuznezov
Steingut, Glasur, Nacharbeit. Höhenmaß = 12,0 cm; Bodendurchmesser = 8,0 cm

КЕР М-2, М-434

Eingagengen in den Museumsbestand im Jahr 1921, stand früher in Besitz der Tolstois Familie
Authentisches Besitzstück von Leo Tolstoi
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