Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Государственный мемориальный и природный заповедник «Музей-усадьба Л.Н. Толстого «Ясная Поляна»
Nach dem berühmten Vater gilt Leo L. Tolstoi der Junior als einziger Berufsschriftsteller in der Klassikerfamilie und ist durch sein permanentes Beharren berühmt, als eigenständige Persönlichkeit gesehen zu werden und sich vom Einfluss seines großen Vaters loslösen zu wollen. Seinen Niederschlag findet der berühmte Vaterstreit auch im Werk von Leo Tolstoi dem Junior, wobei seine feinsten Gemütsbewegungen, Erfahrungen und fiktive Gespräche mit Leo Tolstoi dem Senior zum Ausdruck kommen. „Im vollen Bewusstsein seiner Anführerrolle, die er im Hinblick auf das ganze Menschengeschlecht, geschweige denn meine Wenigkeit, ausübt, sowie seines unvergänglichen Glaubens an die dem Menschenwesen innewohnenden Barmherzigkeit und Intelligenz, kann ich aber nicht anders (wobei ich mir meiner sündhaften Natur und Verdorbenheit ganz bewusst bin), als die Staatsmacht und Kirche anzuerkennen, welche der Menschheit ebenfalls unentbehrlich sind." (Ein Zitat aus dem Bericht: Leo Tolstoi Jun. „Mein Vater und ich", herausgeg. von Valeria N. Abrossimov und Svetlana R. Sorin, im Biografiensammelband „Antlitz"; Moskau – St.-Petersburg, 1997, Seite 281)

Das Lebenswerk Leos Tolstoi des Juniors macht ein beachtliches Dutzend Bücher aus, seien es Belletristik, Theaterstücke, Medizinforschungen, Soldatenansprachen und weitere Öffentlichkeitsberichte, die er nicht nur als Abendblatt „Nachrichten" zu St.-Petersburg, sondern auch in seinen langen Emigrationsjahren herausbrachte. Seine Veröffentlichungen erschienen in den bedeutenden Periodika, wie „Le Journal", „Monde nouveau", „Excelsior", „L'Intransigeant", „Le Figaro", „L'Indépendance belge", „Le Quotidien", „Les Nouvelles de la littérature".

Sein erstes Dichterauftreten fand im Jahr 1891 statt, wobei er seine ersten Kindergeschichten, seien es „Liebe" (im Kindermagazin „Wochenlektüre" vom März 1891) und „Monte Christo" (im Kindermagazin „Quelle" als Heft # 4 aus dem Jahr 1891) unter dem Künstlernamen „Leo Levov" veröffentlichen ließ, was Sophia Tolstoi am 22. April 1891 in ihrem Tagebuch mit Stolz wie folgt festhielt: „Das Kindermagazin „Monte Christo", mein Mann und alle anderen sprachen ihr Lob über seine Kurzgeschichten aufrichtig aus." Berühmt ist die dazugehörige Beurteilung des großen Tolstoi vom 30. November 1891: „Dein Dichtertalent ist unverkennbar. Aber die simple Begabung, die Tatsachen einzusehen und wiederzugeben ist banal und beschränkt. Signifikant wäre aber dein aufrichtiges Bedürfnis, dich mitzuteilen, das fehlt. In deinen beiden Kurzgeschichten greifst du zum Überwältigenden und Unerlebten. Du müsstest lieber versuchen, ein weniger umfangreiches Motiv zu wählen, das du aber tief erforschst und welchem du dann ganz auf den Grund gehst, um ihm dein jungenhaftes Gefühl zu vergeben, das du selbst erlebt hast." Die weiteren Berichte und Kurzgeschichten von Leo Tolstoi dem Junior, der zuweilen unter den Künstlernamen „Leo Levov", bzw. „Jakob Poljanov" auftrat, wurden in den berühmten Literaturmagazinen „Nordlandbote", „Europabote" und „Neue Zeit" veröffentlicht.

Seine ersten Kindheitserinnerungen hielt er in seiner autobiographischen Erzählung „Jakob Poljanov" fest, die im Jahr 1898 (s. die Hefte # 1 bis # 4) im Kindermagazin „Quelle" veröffentlicht wurde, wobei die berühmte liebevolle Atmosphäre der Tolstoi-Familie zum Ausdruck kommt. Die in den Periodika erstveröffentlichten Werke von Leo Tolstoi dem Junior wurden im Weiteren als eigenständige Ausgaben aufgelegt und heißen „Chopins Fantasie", „Erstgeborener", „Gutsherr", „Mein Traum", „In der Hungersnot", „Modernes Schweden", „Mein Einspruch gegen Gemeindeleben", bzw. „Dumme Welt", „Verlosung", „Bremsweg russischer Kultur" (aus dem Jahr 1900), sowie die Kindergeschichten aus dem Jahr 1901. Nicht nur die o.a. Werke von Leo Tolstoi dem Junior, sondern auch seine weiteren weniger bekannten Aufsätze werden in der privaten Tolstoi-Bibliothek zu Jasnaja Poljana nach wie vor sorgfältig bewahrt.
Zeitschriftabdruck
Leo L. Tolstoi. Jakob Poljanov [Text] : (Aus meinen Kindheitserinnerungen) / [Leo L. Tolstoi] // Quelle. – 1898. - Heft # 1. – St.-Petersburg. Die Seiten von 97 bis 150: mit Illustrationen. Einband fehlt
Papier, Druck
КП-1813/631

„Einiges aus meiner Kindheit wird vor Augen geführt, wenn man „Jakob Poljanov" liest". (Ein Zitat aus dem Essay „Meine Lebensstationen" von Leo Tolstoi dem Junior)

Zu Anfang der Leo Tolstois (Jun.) Erzählung „Jakob Poljanov" als Zeitschriftenfassung steht ein Epigraph, das unverkennbar aus der Debüterzählung „Kindheit" seines großen Vaters abgeleitet ist: „Die wunderbare, unschuldsvolle, poetische und fröhliche Zeit des Kindesalters !"

Die o.a. Geschichte des Tolstoi-Sohnes wurde im Kindermagazin „Quelle" erstveröffentlicht, das als einer der besten Verlage für Mittel- bis Oberschüler galt und von der berühmten Kinderautorin und Übersetzerin Katharina Sissoev (alias Almedingen) editiert wurde. Das o.a. Kindermagazin stand für Aufklärungszwecke, wurde aber auch von den Erwachsenen gern gelesen. Seine prachtvollen Illustrationen waren ebenfalls berühmt. So tauchen in „Jakob Poljanov" von Leo Tolstoi dem Junior die meisterhaften Abbildungen berühmter russischer Malereiwerke auf, seien es der von Herrn Baron Klodt stammende „Ausblick zur Insel Valaam", der „Erlkönig" von Julius Klever, bzw. die „Kinderschlittenfahrt" von Konstantin Makovski.

 

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