Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Государственный мемориальный и природный заповедник «Музей-усадьба Л.Н. Толстого «Ясная Поляна»

Die Werbung weist eine beträchtliche Bestehensgeschichte auf und hat mit den bedeutendsten Zivilisationsfortschritten zu tun. Seit der Mitte des XIX. Jahrhunderts in Russland findet die Werbung in der Industrie und Handel, bzw. in den Kunst-, Literatur- und Theaterbranchen, ihre umfassende Verbreitung und tritt vor allem in typografischer Druckform in Erscheinung. Dabei heben sich die auf dem lithografischen Wege entstandenen Werbeposter, - bilder und – einlageblätter heraus. Durch ihre beeindruckende Mannigfaltigkeit, Finesse und Authentizität besitzen sie heutzutage einen immensen Sammlerwert. Der eigentliche Zweck dieser Werbebilder gilt der Hervorhebung der dadurch zu bewerbenden Handelswaren.

Im ausklingenden XIX. Jahrhundert profitierten davon insbesondere die Industrie- und Handelsbranchen mit schärfstem Konkurrenzkampf. Durch die hiermit angeführte Werbebildersammlung aus den Bewahrungsmagazinen des Tolstoischen Hauses zu Jasnaja Poljana kommen die Entstehungsgeschichte und Werdegang der bedeutenden Produktionen, wie z. B. die des Moskauer Süßwarenfabrikanten „Von Einem", zum Ausdruck.

1851 eröffnete der brandenburgische Zuckerbäcker Theodor Ferdinand von Einem (1826–1876) aus Belzig eine kleine Konditorei am Arbat, in der Schokolade und Bonbons hergestellt wurden. Von Einem lernte 1857 seinen zukünftigen Geschäftspartner, den deutschen Kaufmann Julius Heuss (1832–1907) aus Walddorf vom Schwarzwald, kennen. Im selben Jahr eröffneten die beiden Partner ein Konditoreigeschäft am Theaterplatz in Moskau. Das war eine florierende und fortgeschrittene Süßwarenfabrik, die sich als Landesbeste heraushob. Die Gebäude wurden mit rotem Backstein gebaut und die Maschinen von einer modernen Dampfmaschine angetrieben. Julius Heuss als Teilhaber des 1876 kinderlos gestorbenen von Einem war ein sehr arbeiterfreundlicher Unternehmer, der seinen Mitarbeitern eine Lohnfortzahlung bei Krankheit und an kirchlichen Feiertagen, sowie eine lebenslange Rente nach einer 25-jährigen Betriebszugehörigkeit gewährte. Auszubildende erhielten Unterricht im Lesen und Schreiben, lernten ein Instrument spielen oder durften im Chor singen. Im Krankheitsfall sorgte ein Gesundheitsfonds der Firma für die Kosten der medizinischen Behandlung.

Auch in den lauten Produktionsfragen legte das Unternehmen eine erstaunliche Weitsicht an den Tag, indem es sein eigenes Druckverfahren entwickelte, das bei der Herstellung von authentischen hauseigenen Süßwarenverpackungen und Bonbonhüllen, sowie von den weiteren kundengerechten Werbeartikeln zum Ausdruck kam.

Besonders fein sahen dabei die zu den Pralinenschachteln beigefügten Einlageblätter aus, die in ihrer vollständigen Mehrzahl gegen wertvolle Firmengeschenke austauschbar waren. Farbenfrohe Süßwarenverpackungen wurden zu verschiedenen Anlässen und Motiven entwickelt. Konventionell ergaben sich dabei die jeweils aus zwölf Einzelbildern zusammengesetzten Sammelserien. Die extra dafür entwickelten Motive waren sehr einfallsreich und zuweilen auch recht skurril. Die Sehenswertesten davon werden Ihnen somit vorgestellt.
Einlageblatt der „Genossenschaft Von Einem", betitelt als „Papyrusverwendung im Alten Ägypten". 1896-1917. Russland. Moskau

М – 2624 / 1
Feine Pappe, Buntdruck. 11,4 х 7,0

Serientitel: „Erfindung des Papiers"
Eingegangen in den Museumsbestand im Jahr 1921. Befand sich vorher in Besitz der Tolstoi-Familie.
Auf der Kartenrückseite erscheinen eine Produzentenbezeichnung als „Genossenschaft Von Einem aus Moskau", sowie eine begleitende Textnotiz zur Geschichtsschreibung der Papyrusverwendung und eine weitere Gesundheitswerbung zur Nützlichkeit des Kakaogebrauchs
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