Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Tolstoi-Haus
tolstoyhouse1Das sogenannte Tolstoi-Haus gehörte früher als rechtes nordöstliches Nebengebäude zum ehemaligen Bauensemble Tolstois Großvaters mütterlicherseits, des Fürsten Nikolaus Volkonski, das aber erst vom Tolstois Vater, dem Grafen Nikolaus Tolstoi, fertiggestellt wurde. Als eigenständiger Besitzer zog hier Leo Tolstoi im Jahr 1856 ein, nachdem er seinen Militärdienst quittiert und das große Herrenhaus auf Abriss verkauft hatte.

Hierher brachte er im Jahr 1862 seine junge Frau Sophia. Hier kamen 11 von seinen 13 Kindern zur Welt. Im Laufe der Zeit wurde das kleine Nebengebäude zu eng für die wachsende Familie, und Tolstoi beschloss, weitere Räume anzubauen. 1871 wurde ein Anbau an der Haussüdseite vorgenommen. Am 20. Februar 1872 schrieb Tolstoi an seinen Freund A. Fet: „... Sie werden unser altes Nebengebäude nicht mehr wieder erkennen: seit dem Winteranfang wohnen wir schon im neuen Anbau." In der zweiten Etage wurde ein Saal mit sechs Fenstern eingerichtet. Es war ein großes Wohnzimmer für die ganze Familie und viele Besucher. Unten wurde eine Diele angebaut, von wo her der Aufgang in die zweite Etage führt; und noch ein Zimmer nebenan, wo sich Tolstoi ein Büro einrichtete. Ausgerechnet in diesem Zimmer arbeitete er an seinem zweiten Roman „Anna Karenina" .

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Im Jahr 1892 wurde an der unteren Haussüdseite eine noch weitere Terrasse nachgebaut - mit weißem Geländer und den darin geschnitzten Pferdchen, Männchen und Hahnvögelchen. Mit der Zeit wurde sie mit Wildweintrauben zugewachsen und verwandelte sich in eine gemütliche Ecke. Saftiges Grün oder Purpurrot der Weinreben, feine Korbmöbel, Pfortengitter, Stufen, die in den Vorgarten hinabführen - das passte so gut zum authentischen Bild eines Landgutes ! Im Sommer unterhielt man sich hier mit Besuchern und genoss Tee und Mahlzeiten.

Der letzte Anbau an der gegenüberliegenden Hausseite, nah am Park „Dreiecke", erfolgte im Jahr 1894. Seitdem erscheint das Haus in seiner jetzigen Gestalt.

belaya_kIm Hof befinden sich einige Wirtschaftsgebäude, bzw. eine „Weiße Küche", wo Bedienstete speisten und Brot gebacken wurde, sowie ein Eiskeller und Holzschuppen.

In seinem Haus hat Leo Tolstoi 50 Jahre zugebracht. Alle zu besichtigenden Gebrauchsgegenstände, Bücher und Gemälde sind authentisch: Sie gehörten nicht nur dem Schriftsteller und seinen Familienangehörigen, sondern meist noch seinen Vorfahren. Die Einrichtung wird konventionell auf den Stand von 1910 als Tolstois letztem Lebensjahr bewahrt.

Um das Haus herum sind Rabatten angelegt. Sophia Tolstoi liebte Blumen und pflegte sie leidenschaftlich. Ihre Lieblingsblumen gedeihen hier nach wie vor.

In seiner Erzählung „Familienglück" beschreibt Tolstoi sein Haus wie folgt: „Wir saßen auf der Terrasse und wollten Tee trinken. Der Garten stand schon ganz in Grün; seit dem Johannistag nisteten die Nachtigallen auf den zugewachsenen Rabatten. Die kräuseligen Fliedersträucher waren mit Weiß und Lila überstreut. Und überall blickten die Blüten hervor, die sich bald öffnen wollten. Das Birkengrün in der Allee schimmerte vor dem Hintergrund der untergehenden Abendsonne. Auf der Terrasse lag ein leichter Schatten."
 
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