Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Englischer (Niederer) Park
vyshkaDer kleine feine Park im englischen Stil, der „Englischer Garten" hieß, wurde vom Fürsten Volkonski in einer ehemaligen tiefen und kahlen Schlucht angelegt. Diese malerische Stelle flößte Tolstoi immer Gedanken an seine früh verstorbene Mutter ein.

Der Niedere Park war ihre Lieblingspromenade. Hier pflanzte sie Rosen-, Nuss- und Spindelsträucher. Die Letzteren sind im Sommergrün unscheinbar, flammen aber zur Blütezeit wie leuchtende rosarote, durch den ganzen Park zerstreute Funken auf. Den Familienüberlieferungen nach pflegte die Prinzessin Maria Volkonska in einem Parksommerturm auf ihren Mann zu warten, der oft von Jasnaja Poljana dienstlich fortfuhr.

eng_park3Die ehemalige kahle Schlucht wurde mit zwei Dämmen verstaut, wodurch eine Dreierkaskade als Oberer, Mittlerer und Niederer Teiche entstand.

Über die Zuflüsse, die den Niederen Teich speisen, wird ein kleiner Birkensteg geschlagen. Der berühmte russische Gartenarchitekt des 18. Jahrhunderts Andreas Bolotov hob hervor, dass die unebenen Stellen zu einem Garten besonders gut geeignet sind. Dabei sind Mulden, Hügel und Schluchten von Vorteil, weil dort die großen und kleinen Wasserquellen vorkommen, die einem Garten Eleganz und Freundlichkeit verleihen. In den Landschaftsparks legte man viel Wert auf freie Bewegung. Die Parkanlagen wurden als Promenaden eingerichtet. Die Spazierwege wurden absichtlich verlängert, versprachen immer neue Aussichten und ermutigten die Gartenbesucher zu einer Spaziergangsfortsetzung. Dabei tauchten die sogenannten Überraschungsminuzien auf, seien es unerwartete Wendungen, Aussichten, Sackgassen, kleine Sitzbänke und plötzlich hervorspringende Waldsperren. Hoch im Wert standen seltene Geräusche, seien es ein von einer Baumspitze erhallender Eulenschrei oder Piroltriller.

Der Obere Teich galt früher als Behälter für lebende Fische, die fürs Herrenmahl gezüchtet wurden. Der Mittlere Teich ist der sauberste und tiefste Teich in Jasnaja Poljana. Gespeist wird er aus unterirdischen Quellen, wobei das Wasser selbst im Sommer eiskalt bleibt. In den 1890er Jahren wurde hier eine Badestelle eingerichtet, die in den darauf folgenden Jahrzehnten immer unterschiedliche Formen einnahm. Heutzutage erscheint sie wie zu Anfang des 20. Jahrhunderts, bzw. als Weidenrutenhäuschen. Zu Tolstois Lebzeiten wurde hier nicht nur gebadet, sondern auch Wäsche gespült.
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Soll der Wasserspiegel steigen, fließt hier das Wasser durch die Mulden in den Niederen Teich ab.

„Heute früh, schrieb Tolstoi in seinem Tagebuch, - umging ich den Garten und dachte wie immer an die Mutter. Kein Bildnis von ihr blieb erhalten, aber ihre Seele behütet mich wie ein Schutzengel mein ganzes Leben lang."
 
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