Staatliches Leo Tolstois Gut zu Jasnaja Poljana
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Konservierter Museumswald

Die Forstdienst-Entwicklung hängt mit der Entstehungsgeschichte vom Museum zu Jasnaja Poljana unmittelbar zusammen. Am 10. Juni 1921 wurde die historische Parteiverordnung „Über die Verstaatlichung von Jasnaja Poljana" unterzeichnet. Für das alte Leo Tolstoi-Landgut bedeutete es einen Neustart. In erster Linie hieß das auch, dass das Tolstoi-Haus mit seiner Gesamteinrichtung, sowie das Tolstoi-Grab, die Forste, Park- und Gartenanlagen, sowie alle Wirtschaftsbauten auf dem Landgut aufrechterhalten und in ihrem ursprünglichen Antlitz bewahrt, sowie die Hinfälligkeiten behoben werden sollten.

Im Jahr 1922 wurde ein Tolstoi-Forstbetrieb gegründet, der sich auf die volkseigenen Sommerhaus-Waldabschnitte erstreckte, die mittlerweile auf dem Leo Tolstoi-Landgut entstanden waren. Die Forstaktivitäten erfolgten unzweckmäßig, worüber sich die erste „Kustodenkommissarin" von Jasnaja Poljana, Leo Tolstois Tochter, Alexandra Tolstoi, öffentlich beschwerte. „Ich muss nun feststellen, schrieb sie, dass keine neuen Anpflanzungen vorgenommen werden, sodass wir auf diesem Weg nie unser Hauptziel erreichen, die Forste unversehrt zu bewahren, die noch größtenteils von Leo Tolstoi selbst gepflanzt wurden."

Im Jahr 1932 hat das Museum und Naturschutzgebiet noch 160 ha Wald zurückerhalten, die einst zum Tolstois Landgut gehört hatten. Die Forste wurden nun nicht nur von den Museumsmitarbeitern, sondern auch von den auswärtigen Forstingenieuren bewirtschaftet. Im Zeitraum von 1936 bis 1939 wurden die Birkenhaine durch die Gesamtfläche von 20,3 ha; und im Zeiraum von 1943 bis in die 1950er Jahre hinein noch durch 3,8 ha Tannenwald und 6,2 ha Birkenwald, und im Jahr 1953 noch durch 1,12 ha Eichenwald erneuert.

In den 1950er Jahren schuf hier der Forstmeister K. S. Semenov sein berühmtes Werk „Hundert Jahre Forstgeschichte, oder Forstbewahrung und –Erhaltung von Jasnaja Poljana". In seineк Forschung ordnete er die Forstanpflanzungen je nach deren Erhaltungswert ein und stellte für jeden Waldabschnitt eine Wirtschaftsordnung auf.

Im Zeitraum von 1965 bis 1970 mussten noch 6,04 ha Nadelwald nachgepflanzt werden, der in der Zwischenzeit wegen Emissionen aus dem nahe liegenden Chemiewerk zugrunde gegangen war.

In den 1980er Jahren stellte sich zum ersten Mal die Frage nach Konservierung von Forstanpflanzungen von Jasnaja Poljana. Die Frau Forstingenieurin V. A. Agalzova aus der Baumkommission für Jasnaja Poljana betonte aber, dass, sowohl in Russland als auch darüber hinaus, das Wissen und die Erfahrungen bei der Wiederherrichtung von Parkanlagen sehr gering sind und die historischen Forste gar zu kurz kommen.

Dabei unterscheidet sich die Forstpflege in einem Naturschutzgebiet von den herkömmlichen Methoden für einen konventionellen Forstbetrieb grundsätzlich ! Die Forste von Jasnaja Poljana zu konservieren, heißt seinen Waldbestand so unberührt zu bewahren, sei es die Nachpflanzungen an den Schluchtseiten, im Flussbett, bzw. auf den unbrauchbaren Landwirtschaftsflächen, dass sie dem herkömmlichen Waldbestand von Leo Tolstoi nahekommen. Der Naturwald darf sich dabei im Rahmen der Naturgesetze entwickeln.

Mit der Zeit altert auch der Tolstoi-Wald. Wir haben gegen die Entwurzelung und das Zuwachsen durch untypische Baumarten täglich zu kämpfen. Dabei erzielen wir eine planmäßige Erneuerung der altertümlichen Birken- und Tannenwaldabschnitte. Dabei ist die Einwirkung einer geänderten Beleuchtung in den neu entstandenen Lichtungen auf die bereits bestehenden Baumarten zu berücksichtigen. Heutzutage sind wir in den fünf herkömmlichen Tolstoi-Waldabschnitten aktiv.

Ebenfalls werden hier die planmäßigen Abholzungen, lokale Baumpflege und Grasschutz vorgenommen. Seit dem Jahr 2011 müssen wir in unserem Tannenwald auch den Borkenkäfer bekämpfen. Sobald der Borkenkäfer-Angriff abgewehrt ist, werden wir auch noch den Nadelwald in seinen östlichen und westlichen Gebieten erneuern.


 
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